
Tel AvivDie Wirtschaftsflaute und Einsparungen im europäischen Gesundheitswesen drücken den Gewinn des israelischen Mutterkonzern der Ulmer Ratiopharm. Der weltgrößte Generika-Hersteller Teva senkte deshalb am Donnerstag seine Gewinn- und Umsatzziele für dieses Jahr.
Branchenexperten waren jedoch darauf gefasst gewesen, weil der neue Vorstandschef Jeremy Levin Anfang des Monats die Geschäftsziele seines Vorgängers nicht bekräftigen wollte. Deshalb reagierten Börsianer sogar erleichtert über das Ausmaß: Die an der New Yorker Nasdaq notierten Papiere des Unternehmens legten leicht zu.
Ratiopharm macht einen Großteil des europäischen Geschäftes von Teva aus. Vor allem in den Schlüsselmärkten Deutschland und Frankreich schrumpfte der Umsatz in diesem Jahr. Eigentlich hatte Teva in Europa ein Wachstum von vier bis sechs Prozent angepeilt. Levin prognostizierte für das Gesamtjahr nun einen Umsatz zwischen 20 und 21 Milliarden Dollar, sein Vorgänger hatte sich 22 Milliarden Dollar vorgenommen.
Am Jahresanfang hatte Teva das florierende Geschäft mit Nachahmermedikamenten in den USA noch einen Gewinnsprung eingebracht. In den Vereinigten Staaten erwirtschaftet der Konzern mittlerweile mehr als die Hälfte seiner Erlöse und konnte so das schwächelnde Europa-Geschäft kompensieren.