Pharmaindustrie
Mit H1N1 zum Gewinn

Dienstleister aus der Pharmabranche profitieren derzeit vom Kampf gegen die Schweinegrippe: Einwegfilter für die Produktion von Impfstoffen kurbeln das Geschäft des Biotechspezialisten Sartorius kräftig an. Auch der Lübecker Medizintechniker Dräger und der Hamburger Sterilisationsexperte Bode Chemie können zulegen.
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GÖTTINGEN. Führende Dienstleister für Medizintechnik und Pharmaindustrie steigern ihren Gewinn durch Produkte zum Schutz vor dem sogenannten Schweinegrippe-Virus H1N1 überdurchschnittlich. Das gilt für den Göttinger Biotech- und Wägetechnikspezialisten Sartorius ebenso wie für den Lübecker Medizintechniker Dräger und den Hamburger Sterilisationsexperten Bode Chemie.

Sartorius profitiert von der massiven Produktion von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe. "Unsere Biotech-Sparte machte pandemiebedingt durch die Lieferung von Einwegbehältern und Filtern für Impfstoffe gegen die neue Grippe in den ersten neun Monaten einen zusätzlichen Umsatz von rund fünf Mio. Euro. Das entspricht etwa zwei Prozent des Biotech-Umsatzes", sagte Vorstandschef Joachim Kreuzburg dem Handelsblatt.

Bei "Bags" genannten Einwegbehältern für die Pharmaindustrie führt Sartorius mit 50 Prozent Marktanteil weltweit. Ohne Einwegprodukte wären Impfstoffe wesentlich langsamer in großem Stil auf den Markt zu bringen. Stärker als der Umsatz wächst der Gewinn der Göttinger. "Zusätzliches Geschäft ist hochprofitabel. Der zusätzliche Ertrag liegt für innovative Produkte bei bis zu 90 Prozent", sagt Kreuzburg. Die Biotech-Tochter erwirtschaftet gut zwei Drittel des Ergebnisses von 80 Mio. Euro. Sartorius machte zuletzt einen Jahresumsatz von 612 Mio. Euro. Das ebenfalls börsennotierte Unternehmen Dräger steigert durch die Grippe den Verkauf von Beatmungsgeräten für Krankenhäuser. Einsatz finden sie auf Intensivstationen bei Patienten, die sich infiziert haben und unter Lungenschäden leiden. Gefragt sind zudem Einweg-Atemschutzmasken der Lübecker. Weil diese ähnlich wie die Sartorius-Produkte nahezu vollautomatisch gefertigt werden, steigt der Profit prozentual wesentlich stärker als der Umsatz. Dräger beziffert den zusätzlichen Erlös auf einen "unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich".

Das Hamburger Unternehmen Bode Chemie, Marktführer für die Händedesinfektion im Krankenhaus ("Sterilium"), produziert seit April rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb. Die Nachfrage hat sich durch die Virus-Vorsorge deutlich erhöht.

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