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Pharmaindustrie: Roche plant Übernahme für sechs Milliarden

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will den Gentechnikspezialisten Illumina für 5,7 Milliarden Dollar kaufen. Bisher ist die Führungsspitze des amerikanischen Konzerns aber noch dagegen.

Bei der geplanten Übernahme handelt es sich bereits um den dritten feindlichen Übernahmeversuch von Roche bei US-Unternehmen seit 2007. Quelle: dapd
Bei der geplanten Übernahme handelt es sich bereits um den dritten feindlichen Übernahmeversuch von Roche bei US-Unternehmen seit 2007. Quelle: dapd

BaselDer Schweizer Pharmariese Roche will mit einer feindlichen Übernahme sein Diagnostikgeschäft stärken. Für 5,7 Milliarden Dollar will der Baseler Konzern den US-Gentechnikspezialisten Illumina kaufen. Die Offerte stößt allerdings nicht auf Gegenliebe beim Management der kalifornischen Firma. Daher wandte sich Roche-Chef Severin Schwan am Mittwoch direkt an die Illumina-Aktionäre und bietet ihnen 44,50 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 18 Prozent auf den Schlusskurs von Dienstag. „Wir glauben, dass dies ein überzeugendes und attraktives Angebot für die Illumina-Aktionäre ist“, sagte Schwan in einer Telefonkonferenz. Die Offerte spiegele den fairen Wert der US-Firma wider.

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Für Roche wäre Illumina der größte Zukauf seit der Komplettübernahme der US-Biotechgruppe Genentech 2009 für 46,8 Milliarden Dollar. Die Amerikaner sind auf dem Gebiet der Gensequenzierung tätig, die für die Entwicklung von speziell auf bestimmte Patientengruppen zugeschnittene Medikamente bedeutsam ist. So kann beispielsweise bei manchen Krankheiten mit Hilfe des Genprofils bestimmt werden, ob eine Behandlung wirkt oder nicht. Der Schweizer Konzern setzt seit einiger Zeit stark auf dieses neue Feld der personalisierten Medizin. Dank des eigenen Diagnostikgeschäfts kann Roche im Gegensatz zu vielen anderen Pharmakonzernen die dazu nötigen Tests selbst entwickeln und anbieten. Roche ist Weltmarktführer in der Krebsmedizin, einem Gebiet das als besonders vielversprechend für auf den Patienten zugeschnittene Medizin gilt. Aber auch Virus- und Autoimmunerkrankungen gelten als Kandidaten für maßgeschneiderte Arzneimittel. Analysten bezeichneten die Übernahme als sinnvoll. „Der Schritt passt strategisch perfekt und bringt Roche an die vorderste Front der gesamten Genom-Sequenzierung“, kommentierte Martin Voegtli von Kepler Capital Markets.

Die Roche-Führung hat sich nach eigenen Angaben „wiederholt bemüht“, mit Illumina Verhandlungen aufzunehmen. Bislang zeigten die Kalifornier Roche aber die kalte Schulter. Illumina teilte mit, die Offerte zu überprüfen und seinen Aktionären zu gegebener Zeit eine Empfehlung zu geben. Zu den größten Anteilseignern von Illumina gehören Capital Research Global Investors, Baillie Gifford & Co, Sands Capital Management, Morgan Stanley Investment Management und Jennison Associates, die nach Reuters-Daten zusammen rund 44 Prozent der Anteile halten. Das 1998 gegründete Unternehmen erzielte 2010 mit 2100 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 900 Millionen Dollar sowie einen Nettogewinn von etwa 125 Millionen Dollar.

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