Pharmaindustrie
China-Übernahme wird für Biotest zum Problem

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Scheitert die Übernahme, wachsen die Probleme

Formal läuft der knapp eine Milliarde Euro schwere Deal mit Biotest durch Tiacheng Pharmaceuticals, die indirekt von der Creat-Gruppe kontrolliert wird. Creat will mit Biotest einen führenden Anbieter für Medikamente auf der Basis von Blutplasma formen. Im vergangenen Jahr erwarb die Gruppe, die maßgeblich am größten chinesischen Blutplasmaprodukte-Hersteller Shanghai Raas beteiligt ist, den britischen Plasmaproduktehersteller Bio Products Laboratory für umgerechnet etwa eine Milliarde Euro.
Das Biotest-Management spricht sich weiterhin für eine Übernahme durch die Chinesen aus, weil sie dem Unternehmen neue Expansionschancen ermöglicht. Auch die Mehrheit der Aktionäre ist dafür: In Juni waren Tiacheng 77 Prozent der Aktien, darunter auch die der Gründerfamilie Schleussner angedient worden.
Scheitert die Übernahme, könnte Biotest zwar weiter existieren und seine Geschäft betreiben, müsste aber deutlich kleiner denken. Die Entwicklung neuer Produkte beispielsweise könnte nicht so ausgeweitet werden wie mit einem potenten Investor im Hintergrund.

Auch ein Verkauf der 22 US-Plasma-Sammelstellen wäre grundsätzlich eine Option für Biotest, um die Übernahme doch noch zu ermöglichen. Allerdings wären in diesem Fall die Wachstumspläne des Unternehmens stark betroffen. Denn die neue Produktionsanlage, die Biotest in Dreieich gerade baut, soll mit der entsprechenden US-Zulassung künftig vor allem Blutplasma aus den USA verarbeiten. Der Aktienkurs von Biotest, der mit Bekanntwerden der Sicherheitsbedenken von CFIUS Anfang des Monats bereits zweistellig eingebrochen war, verlor am Dienstag bis zum Nachmittag noch einmal mehr als ein Prozent auf rund 19,4 Euro.

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