Pharmakonzern
Astra-Zeneca streicht 1600 Stellen

Der Pharmakonzern Astra-Zeneca streicht 1600 Stellen. Im traditionsreichen nordenglischen Werk Alderley Park wird künftig keine Forschung mehr betrieben. Bis 2016 sollen so jährlich 160 Millionen Euro gespart werden.
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London/FrankfurtDer Pharmakonzern Astra-Zeneca setzt in seiner Medikamentenforschung den Rotstift an und will 1600 Stellen streichen. Der Umbau hat zur Folge, dass im traditionsreichen nordenglischen Werk Alderley Park künftig keine Forschung mehr betrieben wird, wie der Arzneimittelhersteller am Montag ankündigte. Konzernchef Pascal Soriot will mit dem Vorhaben bis 2016 jährlich rund 160 Millionen Dollar einsparen. Dem sollen Einmalkosten von etwa 1,4 Milliarden Dollar gegenüberstehen. Deutschland ist einem Sprecher zufolge von den Plänen nicht betroffen. Erst Anfang Dezember hatte Astra-Zeneca für Deutschland den Abbau von rund 400 der zuletzt über 1000 Arbeitsplätze angekündigt. Insgesamt beschäftigt der Konzern weltweit nach eigenen Angaben 57.200 Mitarbeiter, davon 11.300 in der Forschung und Entwicklung.

Künftig will Astra-Zeneca seine Medikamentenforschung an drei großen Zentren in Großbritannien, Schweden und den Vereinigten Staaten bündeln. Dabei plant Konzernchef Soriot, der im Oktober das Ruder beim britisch-schwedischen Pharmariesen übernahm, rund 500 Millionen Dollar in ein neues Werk in Cambridge zu investieren. Cambridge soll einer der drei großen Forschungsstandorte werden. Der Konzern will dort von der Nachbarschaft zur renommierten britischen Universität Cambridge und der vorhandenen Forschungsinfrastruktur auch im Feld der klinischen Forschung profitieren.

Für die Region um Alderley Park in Nordengland ist die Ankündigung hingegen ein schwerer Schlag. Astra-Zeneca und das Vorläuferunternehmen ICI waren an dem Standort seit mehr als 40 Jahren in der Medikamentenforschung aktiv. Der Konzern ist dort ein wichtiger Arbeitgeber. Großbritannien hatte als Forschungsstandort für die Pharmabranche bereits einen Schlag erlitten, als sich vor einiger Zeit der US-Pharmariese Pfizer entschied, sein Forschungszentrum im südenglischen Sandwich zu schließen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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