Pharmakonzern baut um
Boehringer verkauft US-Generikasparte

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim verkauft seine US-Generikasparte an den britischen Arzneimittelhersteller Hikma für 2,65 Milliarden Dollar. Boehringer setzt damit den Umbau seines US-Geschäfts fort.
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FrankfurtDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim setzt den Umbau seines Geschäfts in den USA fort und verkauft seine US-Generikasparte. Das Geschäft mit Nachahmermedikamenten Roxane geht für 2,65 Milliarden Dollar an den Arzneimittelhersteller Hikma Pharmaceuticals. Im Gegenzug beteiligt sich Boehringer mit knapp 17 Prozent an dem Unternehmen, wie Hikma am Dienstag mitteilte.

Der Abschluss der Übernahme werde für das vierte Quartal dieses Jahres erwartet. In der wettbewerbsintensiven Generikabranche kommt es damit zur nächsten Milliardenübernahme, nachdem Branchenprimus Teva erst am Montag den Kauf der Nachahmer-Medikamente des amerikanischen Botox-Herstellers Allergan für 40,5 Milliarden Dollar angekündigt hatte.

Bei Hikma-Anlegern kam das Geschäft gut an. Die an der Londonder Börse notierten Anteilsscheine stiegen um mehr als sieben Prozent. Die 1978 in Jordanien gegründete Pharmafirma, die ihren Firmensitz in London hat, ist für Boehringer keine Unbekannte. Bereits im vergangenen Jahr kaufte Hikma für bis zu 300 Millionen Dollar Boehringers US-Tochter Bedford Laboratories, die zu spritzende Generika produziert.

Hikma zahlt nun für Roxane 1,18 Milliarden Dollar in Bar. Boehringer erhält zudem 40 Millionen neue Hikma-Aktien zum Preis von 23,50 Pfund je Anteilsschein, womit Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern mit 16,71 Prozent an Hikma beteiligt wäre. Hinzu kommen Meilensteinzahlungen von bis zu 125 Millionen Dollar.

Der Traditionskonzern aus Ingelheim hatte zu Jahresbeginn bekanntgegeben, die Trennung von seiner US-Generikasparte zu erwägen. Roxane entwickelt, produziert und vermarktet mit rund 1300 Mitarbeitern Boehringers Nachahmerpräparate und stellt auch einige patentgeschützte Medikamente her. Roxane gilt in der Branche als relativ kleiner Spieler. Boehringer machen Patentabläufe bei wichtigen Arzneien zu schaffen, weshalb das Familienunternehmen auf Sparkurs ist und Stellenstreichungen angekündigt hatte. Hikma steigt nach eigener Darstellung zu dem nach Umsatz sechstgrößten Generikaanbieter in den USA auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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