Pharmakonzern
Bayer erwartet stabiles Wachstum in Japan

Konzern-Chef Marijn Dekkers kündigt Millionen-Investitionen in Asien an. Vor allem im Pharma-Bereich sollen neue Produkte den Umsatz ankurbeln.
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TokioKnapp sieben Monate nach der verheerenden Natur- und Atomkatastrophe sehen deutsche Konzerne ihre Geschäfte in Japan wieder auf einem guten Weg. Nachdem Lufthansa-Chef Christoph Franz bereits am Dienstag in Japans Hauptstadt ehrgeizige Wachstumsziele verkündet hatte, folgte gestern Bayer-Boss Marijn Dekkers. „Wir wollen in den kommenden fünf Jahren um durchschnittlich etwa sechs Prozent pro Jahr wachsen und unseren Umsatz bis 2015 auf rund 2,4 Milliarden Euro steigern“, sagte Dekkers in Tokio. 2010 betrug der Umsatz knapp zwei Milliarden Euro.

Zugleich will Dekkers ebenfalls bis 2015 gut 500 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung stecken, vornehmlich im Pharmabereich, der mit einem Anteil von 72 Prozent der stärkste Geschäftsbereich in Japan ist. Innovative Medizin sein ein großes Wachstumsfeld in Japan, so der Vorstandsvorsitzende. Aber auch für das Pflanzenschutzgeschäft gelte der Grundsatz: „Japan hat Kunden, die sehr an neuen Produkten interessiert sind – und auch bereit, dafür zu bezahlen.“

Die angekündigte sechsprozentige Umsatzsteigerung soll gleichwohl flächendeckend und weitgehend zu gleichen Teilen in allen drei Geschäftssparten erzielt werden. Unter dem Bayer-Dach vereinigen sich Pharmazie, Pflanzenschutz und Materialentwicklung.

Der Umsatz für den Gesamtkonzern weltweit wird im laufenden Geschäftsjahr auf etwa 36 Milliarden Euro taxiert. Im ersten Halbjahr lag er mit 18,67 Milliarden Euro um 6,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. In Japan konnte Bayer im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent zulegen auf eine Milliarde Euro.

Ungeachtet der Kritik an Dekkers in Deutschland, die sich weniger an den finanziellen Ergebnissen als vor allem an Dekkers bislang nicht deutlich erkennbaren Firmenstrategie entzündet, gab sich der Niederländer im Land der aufgehenden Sonne selbstbewusst. Sein einmal geäußerter Satz über eine „Fusion unter Gleichen“ sei jedenfalls nicht auf Japan gemünzt. „Wir machen das sehr erfolgreich alleine. Wir brauchen nicht unbedingt einen Partner.“

Arrogantes Schauspiel oder nicht - selbst auf dreifache Nachfrage konnte Dekkers nichts mit dem Namen Ono Pharmaceutical anfangen. Dabei hatte erst am Dienstag Konkurrent Merck eine Zusammenarbeit mit diesem japanischen Unternehmen bekannt gegeben.

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