Industrie

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Pharmakonzern: Bayer hofft auf Milliardenumsätze mit neuen Arzneien

Bayer stockt seinen Forschungsetat auf, denn von gleich fünf neuen Präparaten erhofft sich der Pharmakonzern einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro. Besonders ein Medikament ist der größte Hoffnungsträger.

Bayer hofft auf Milliardenumsätze mit neuen Medikamenten. Quelle: AFP
Bayer hofft auf Milliardenumsätze mit neuen Medikamenten. Quelle: AFP

LeverkusenDer Pharma- und Chemiekonzern Bayer will in den nächsten Jahren im Arzneigeschäft die Früchte seiner Forschungsanstrengungen ernten. Allein fünf neuen Präparaten zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Augenleiden traut Bayer zusammen einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 5,5 Milliarden Euro zu.

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Anders als Konkurrenten wie Pfizer oder Astra-Zeneca hat der Konzern derzeit nicht mit großen Nachschubproblemen zu kämpfen. Die Pipeline an neuen Medikamenten sei gut gefüllt, sagte Konzernchef Marijn Dekkers am Mittwoch in Leverkusen. "Insgesamt haben wir derzeit 35 Projekte in der klinischen Entwicklung."

Der Konzern investiert im laufenden Jahr drei Milliarden Euro in seine Forschung. "Es ist damit das größte Budget unserer Branche in Deutschland", sagte der Bayer-Chef. Der größte Anteil, etwa zwei Milliarden Euro, fließt in die Gesundheitssparte Health-Care, zu der auch das Pharmageschäft gehört. Rund 800 Millionen am Forschungsgeldern steckt Bayer in seine Agrarchemiesparte Crop-Science, rund 200 Millionen in das Kunststoffgeschäft Material-Science. Im kommenden Jahr soll das Forschungsbudgets des Konzerns Dekkers zufolge leicht steigen.

Im Unterschied zum Darmstädter Arzneimittelhersteller Merck hatte Bayer in der Medikamentenentwicklung zuletzt kaum Rückschläge zu verkraften. Das Thrombosemittel Xarelto, das aktuell wichtigste Medikament des Konzerns, ist bereits zum Schutz vor Schlaganfällen und zur Behandlung von Venenthrombosen auf dem Markt. Von Xarelto erhofft sich Dekkers in der Spitze Jahreseinnahmen von mehr als zwei Milliarden Euro. Dieses Jahr sollen es nach früheren Angaben 270 Millionen Euro oder etwas mehr sein. Die Entwicklung des Medikaments hatte zwölf Jahre gedauert und kostete Bayer und seinem US-Partner Johnson & Johnson rund zwei Milliarden Euro.

Bayer

Darüber hinaus setzt Bayer auf neue Krebspräparate. Das Mittel Stivarga soll eines Tages mindestens rund eine Milliarde Euro im Jahr erwirtschaften wie auch das Krebsmedikament Alpharadin. Stivarga ist in den USA bereits zur Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs zugelassen. Für Alpharadin will Bayer noch in diesem Jahr die Zulassung zur Behandlung von Knochenmetastasen bei Prostata-Krebs beantragen.

Auch dem neuen Augenmedikament Eylea traut Bayer Milliardenumsätze zu. Die Arznei ist zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration, einer häufigen Ursache von Erblindung im Alter, bereits in den USA und in Japan zugelassen. Auf mehr als 500 Millionen Euro Umsatz im Jahr soll einmal das Lungenhochdruck-Präparat Riociguat kommen, das bereits die dritte klinische Testphase bestanden hat.

Dekkers stellte am Mittwoch zudem Forschungsvorhaben aus der Agrarchemiesparte des Konzerns vor. Es gebe mehrere aussichtsreiche Projekte im Pflanzenschutz und im Saatgut-Geschäft, sagte Dekkers. Von Neuentwicklungen, die zwischen 2011 und 2016 auf den Markt kommen, erhofft sich der Konzern zusammen einen Spitzenumsatz von mehr als vier Milliarden Euro.

 

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