Pharmakonzern
Bayer treibt Krebsmittel-Entwicklung voran

Das Bayer-Medikament Nexavar bekämpft verschiedene Krebsarten – deswegen sieht der Leverkusener Konzern Potenzial für einen großen Markt. Er beantragt die Zulassung für weitere Behandlungen.
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FrankfurtBayer will den Einsatz seines lukrativen Krebsmittels Nexavar verbreitern. Der Chemie- und Pharmakonzern stellte für das Präparat Zulassungsanträge in den USA und in Europa für die Verwendung als Medikament gegen fortgeschrittenem Schilddrüsen-Krebs, wie die Leverkusener am Montag mitteilten. Nexavar ist bereits zur Behandlung von Leberkrebs und Nierenkrebs in vielen Ländern auf dem Markt und brachte Bayer 2012 rund 792 Millionen Euro Umsatz ein. „Wir werden das Potenzial von Sorafenib auch in Zukunft bei verschiedenen Tumorarten intensiv erforschen”, erklärte der Entwicklungschef von Bayer HealthCare, Kemal Malik. Sorafenib ist der Wirkstoff von Nexavar.

Die Krebsmedizin ist einer der Medizin-Schwerpunkte von Bayer im Pharmageschäft. Schilddrüsenkrebs ist die sechsthäufigste Krebsart bei Frauen, die drei mal so häufig daran erkranken wie Männer. Jedes Jahr erkranken weltweit mehr als 200.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs, rund 35.000 sterben daran. Fortgeschrittener Schilddrüsenkrebs ist schwer behandelbar, die Überlebensraten sind gering. Nexavar hemmt über ein Enzym das Wachstum von Tumorzellen. Zugleich greift der Wirkstoff in die Gefäßneubildung ein und unterdrückt damit die Blutversorgung des Tumors.

Nach einer früheren Einschätzung des Chefs der Pharmasparte, Andreas Fibig, könnte Nexavar im Therapiefeld Schilddrüsenkrebs einmal in der Spitze auf Jahreserlöse von rund 150 Millionen Euro kommen. Damit würde sich Nexavar - alle Therapiegebiete zusammengenommen - in Richtung eines Blockbusters bewegen. So werden Medikamente mit Milliarden-Umsätzen genannt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pharmakonzern: Bayer treibt Krebsmittel-Entwicklung voran"

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  • Eine Pharmafirma wird niemals ein HEILmittel gegen Krebs finden bzw. auf den Markt bringen.
    Dann könnten sie ja auf lange Sicht nicht mehr so viel verdienen,
    Es geht ums Geld - nicht um die Gesundheit der MITMENSCHEN !

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