Pharmakonzern
Bayer vor milliardenschwerer Übernahme

Noch im ersten Quartal will Bayer die Übernahme der norwegischen Firma Algeta abschließen. Die Voraussetzungen sind erfüllt: Bayer hat Zusagen für gut 92 Prozent der Aktien. Die Annahmefrist endet in wenigen Tagen.
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FrankfurtBayer hat die geplante Übernahme der norwegischen Pharmafirma Algeta aller Voraussicht nach in trockene Tücher gebracht. Bayer habe bereits Zusagen für 92,17 Prozent der Algeta-Aktien erhalten, teilte der Pharma- und Chemiekonzern am Montag mit. Die Leverkusener hatten ihr Übernahmeangebot unter den Vorbehalt gestellt, dass mindestens 90 Prozent der Algeta-Aktien angedient werden. Für die auf Medikamente gegen Krebs spezialisierten Norweger zahlt Bayer insgesamt 2,1 Milliarden Euro - der Unternehmenswert beträgt 1,9 Milliarden Euro. Die Akquisition solle noch im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Bayer will allerdings noch genauer nachrechnen. „Die Annahmequote basiert auf vorläufigen Zahlen und kann sich noch ändern“, sagte ein Firmen-Sprecher. Daher verlängere sich die Annahmefrist um zwei Tage. Sie endet jetzt am Mittwoch, den 26. Februar um 9:00 Uhr. Bayer bietet den Algeta-Aktionären weiterhin 362 norwegische Kronen je Aktie in bar.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass wir damit allen Aktionären ein faires Angebot unterbreiten“, sagte Konzernchef Marijn Dekkers. Der Angebotspreis liegt 37 Prozent über dem Schlusskurs der Algeta-Aktie vom 25. November, dem Tag bevor die Norweger die Offerte erhalten hatten.

Deutschlands größter Arzneimittelhersteller arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit Algeta bei dem Krebsmedikament Xofigo zusammen. Das Präparat zählt zu den wichtigsten Neuentwicklungen der Bayer-Pharmasparte. Dekkers traut Xofigo alle Therapiefelder zusammengenommen – mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Mit der Übernahme von Algeta kann Bayer künftig alle Einnahmen mit dem Mittel einstreichen.

Xofigo ist in den USA und auch in Europa bereits zugelassen. Die Norweger haben aber noch weitere Substanzen in der Hinterhand. So arbeitet die in Oslo ansässige Firma an einem Wirkstoff, der auf der radioaktiven Substanz Thorium 227 basiert. Dabei kooperiert Algeta unter anderem mit dem französischen Sanofi -Konzern und mit der belgischen Biotechfirma Ablynx.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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