Pharmakonzern
Boehringer winkt EU-Zulassung für Diabetes-Arznei

Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim kurbelt das europäische Geschäft mit Diabetes-Arzneien an. Der Medikamentenausschuss der EU-Arzneimittelbehörde empfiehlt, ein neues Medikament zuzulassen.
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FrankfurtDeutschlands zweitgrößtem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim winkt in Europa mehr Geschäft mit Diabetes-Arzneien. Der Medikamentenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA empfahl, das neue Boehringer-Medikament Jardiance mit dem Wirkstoff Empagliflozin EU-weit zuzulassen, wie der Familienkonzern aus Ingelheim bei Mainz am Freitag mitteilte. Üblicherweise folgt die EU-Kommission den Zulassungs-Empfehlungen der Arzneimittelbehörde binnen kurzer Zeit.

In den USA hatte der Konzern Anfang des Monats weniger Glück mit dem Medikament. Dort will die US-Gesundheitsbehörde FDA das Mittel vorerst nicht zulassen. Erst müssten die Unternehmen bereits früher festgestellte Mängel in einem Werk von Boehringer beheben, wo die Diabetes-Arznei Empagliflozin produziert werden soll, lautete die Begründung. Boehringer und der US-Konzern Eli Lilly hatten angekündigt, so schnell wie möglich auf den Ablehnungsbrief ("Complete Response Letter") der Behörde zu antworten.

Boehringer arbeitet bei Empagliflozin mit Eli Lilly zusammen. Die Unternehmen waren 2011 eine großangelegte Allianz bei Diabetes-Medikamenten eingegangen. Gemeinsam wollen sie mehrere neue Wirkstoffe zur Behandlung der Zuckerkrankheit entwickeln und auf den Markt bringen. Empagliflozin soll für die Behandlung von Alters- oder Typ-II-Diabetes eingesetzt werden.

Nach Schätzungen von Experten leiden weltweit über 380 Millionen Menschen an der Zuckerkrankheit. Bei mehr als 90 Prozent ist dies Typ-II-Diabetes. Die Krankheit wird durch Fettsucht, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung ausgelöst.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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