Pharmakonzern
Bristol-Myers Squibb will sich Imclone komplett einverleiben

Der US-amerikanische Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) will im Rahmen einer Milliardentransaktion seinen Biotech-Partner Imclone für einen kräftigen Aufschlag komplett übernehmen. Die Offerte hat einen Gesamtwert von 5,2 Mrd. Dollar.

dpa-afx NEW YORK. Der US-amerikanische Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) will im Rahmen einer Milliardentransaktion seinen Biotech-Partner Imclone für einen kräftigen Aufschlag komplett übernehmen. Die Offerte hat einen Gesamtwert von 5,2 Mrd. Dollar. Bristol-Vorstandschef James Cornelius und Imclone-Chair und US-Investor Carl Icahn hätten sich auf eine Übernahme für 60 Dollar pro Aktie in bar geeinigt, teilte Imclone am Donnerstag in einer Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC mit. Die Übernahmeofferte biete einen Aufschlag von rund 30 Prozent auf den Imclone-Schlusskurs vom Vortag.

Vor Börseneröffnung in den USA sprangen Imclone-Aktien nach dem überraschenden Angebot um 30,96 Prozent auf 60,82 Dollar und lagen damit bereits über dem Angebotspreis. Bristol-Myers Squibb besitze schon 16,6 Prozent an Imclone.

Imclone und Bristol-Myers Squibb arbeiten bereits seit fast sieben Jahren bei der Entwicklung und Vermarktung des lukrativen Krebsmedikaments Erbitux zusammen. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hatte vor zehn Jahren die Rechte an Erbitux außerhalb der USA und Kanada von Imclone erworben. In Japan wird Erbitux gemeinsam von Imclone, Bristol-Myers Squibb und Merck entwickelt und vermarktet. Imclone hatte 2007 mit Erbitux einen Umsatz von 691,7 Mill. Dollar verbucht.

Imclone sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen: Im Herbst 2006 hatte die Unternehmensführung seinen Aktionären empfohlen, den Vorschlag des Großinvestors Icahns zur Umbesetzung des Vorstandes abzulehnen. Icahn hätte einen Übernahmeversuch von 36 Dollar je Aktie abgelehnt und versucht, die Macht bei Imclone ohne Zahlung einer Prämie an sich zu reißen. Icahns Vorwurf: Das Management habe einen "betrüblichen" Job in den vergangenen drei Jahren gemacht.

2004 wurde die bei Mill. Fernsehzuschauern bekannte amerikanische Lifestyle-Unternehmerin Martha Stewart im Prozess um den dubiosen Verkauf eines Aktienpakets von Imclone zu fünf Monaten Haft verurteilt. Bei dem Verfahren ging es um Stewarts Verkauf eines Imclone-Paketes im Dezember 2001. Pikanterweise stieß Stewart die Anteile an Imclone ab, bevor öffentlich bekannt wurde, dass Imclone die Zulassung für Erbitux verweigert werden würde. Der damalige Imclone - Chef Samuel Waksal und Freund Stewarts wurde ebenfalls verurteilt.

In Frankfurt bauten Merck-Kgaa-Aktien nach der Bekanntgabe zeitweise ihre Kursgewinne aus. Händler konnten sich die positive Entwicklung nicht erklären. Möglicherweise erhöhe das die Fantasie für Erbitux, sagte ein Börsianer und ein weiterer Marktteilnehmer fügte hinzu: "Die Leute lesen nur Imclone und setzen das mit Erbitux und Merck in Verbindung." Fundamental habe die Übernahme aber weder positive noch negative Auswirkungen für Merck.

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