Pharmakonzern
Die Kunststoffsparte belastet das Ergebnis von Bayer

Der Chemiekonzern übertrifft mit einem steigenden Betriebsgewinn die Markterwartungen. Das Geschäft läuft gut. Nur die Plastiksparte leidet unter hohen Energie- und Rohstoffkosten.
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LeverkusenBrummende Agrarchemiegeschäfte und ein steigender Medikamentenabsatz in Schwellenländern sorgen für gute Stimmung beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) stieg im dritten Quartal um 8,5 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro und lag damit über den Erwartungen der Analysten. „Das war ein gutes Quartal für Bayer“, sagte Konzernchef Marijn Dekkers. Bayer-Aktien legten vorbörslich in einem deutlich stärkeren Gesamtmarkt 3,3 Prozent zu.

Sorgen bereitet Dekkers jedoch die Kunststoffsparte MaterialScience, der hohe Energie- und Rohstoffkosten zu schaffen machen. „Bei MaterialScience ist das Bild gemischt“, sagte Dekkers. Der Betriebsgewinn sank von Juli bis Ende September um fast 15 Prozent und auch in den kommenden Monaten ist keine Besserung in Sicht. Im vierten Quartal werde der Betriebsgewinn unter dem Vorjahresniveau liegen, warnte der Konzern. Auch im Gesamtjahr geht Bayer nun von einem leicht rückläufigen Ebitda aus und nicht wie bisher von einem Anstieg proportional zum bereinigten Umsatz. Analysten legen derzeit besonderes Augenmerk auf die Plastiksparte, da Bayer hier das Auf und Ab der Konjunktur besonders schnell zu spüren bekommt.

Für den Gesamtkonzern bekräftigte Konzernchef Dekkers jedoch die Ziele. Der Betriebsgewinn soll demnach auf über 7,5 (2010: 7,1) Milliarden Euro steigen, beim Umsatz rechnet Dekkers - um Währungseinflüsse und Zu- und Verkäufe bereinigt - mit einem Plus von fünf bis sieben Prozent auf 36 bis 37 Milliarden Euro.

Im dritten Quartal legte der Umsatz minimal um ein Prozent auf 8,67 Milliarden Euro zu. Besonders rund läuft es für Bayer derzeit in der Agrarchemiesparte CropScience. Sie profitiert von der milden Witterung in vielen Weltregionen und anhaltend hohen Preisen für Agrarrohstoffen.

Auch im Pharmageschäft, in dem Bayer wie viele Konkurrenten mit der Konkurrenz durch billigere Nachahmerprodukte zu kämpfen hat, legte der Umsatz währungsbereinigt leicht zu. „Besonders erfreulich war die Entwicklung des Pharma-Geschäfts in den Wachstumsländern“, sagte Konzernchef Dekkers. In Europa und Nordamerika bekam der Konzern dagegen wie Novartis , Merck und andere Konkurrenten die staatlichen Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem zu spüren, die Bayer-Umsätze in diesen Regionen gingen zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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