Pharmakonzern Elan
Mit Milliardendeal gegen Übernahme

Der irische Arzneimittelkonzern Elan versucht die drohende Übernahme durch eine Investmentfirma zu verhindern. Ein milliardenschwerer Lizenzzukauf soll den Ausschlag geben. Es sind weitere Transaktionen geplant.
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DublinDer irische Arzneimittelhersteller Elan wappnet sich mit einem milliardenschweren Lizenzzukauf gegen eine Übernahme durch die US-Investmentfirma Royalty Pharma. Ziel des Managements ist es, die eigenen Aktionäre von seiner Strategie zu überzeugen und zu einer Ablehnung der 5,7 Milliarden Dollar schweren Royalty-Offerte zu bewegen. Mit dem am Montag mitgeteilten Erwerb von Lizenzrechten für in der Entwicklung befindlicher Medikamente des US-Unternehmens Theravance im Wert von einer Milliarde Dollar will der Pharmakonzern seine Attraktivität bei den Anlegern steigern. Ein Fünftel der Lizenzeinnahmen aus dem Geschäft mit Theravance soll an die Anteilseigner gehen, stellte Elan in Aussicht.

Firmenchef Kelly Martin kündigte für die nahe Zukunft zusätzliche Transaktionen an. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte er, die Vereinbarung mit Theravance habe mit der Offerte von Royalty Pharma nichts zu tun. Er habe bislang mit keinem Aktionär gesprochen, der das Angebot über 11,25 Dollar je Elan-Aktie für glaubhaft und gehaltvoll halte. Royalty knüpft es daran, dass mindestens 90 Prozent der Elan-Aktionäre ihre Aktien andienen. Sie haben dazu noch bis Ende Mai Zeit. Royalty ist darauf spezialisiert, die Entwicklung neuer Arzneimittel zu finanzieren und erhält von den Unternehmen im Gegenzug Anteile an späteren Umsätzen.

Elan sichert sich mit der Vereinbarung 21 Prozent der Lizenzgebühren, die Theravance vom britischen Partner GlaxoSmithKline für seine Atemwegsmittel erhält. Bei einem von diesen Mitteln gehen Analysten von jährlichen Spitzenumsätzen von bis zu knapp 1,4 Milliarden Dollar aus.

Geld für Zukäufe hat Elan durch die Veräußerung der Rechte an seinem bisherigen Top-Medikament Tysabri gegen Multiple Sklerose für 3,25 Milliarden Dollar plus zukünftige Lizenzzahlungen an den bisherigen Kooperationspartner, den US-Biotechkonzern Biogen Idec. Auch aus diesem Deal sollen die Elan-Aktionäre eine Dividende erhalten. Sie waren bereits mit einem Aktienrückkauf über eine Milliarde Dollar vom Management umgarnt worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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