Pharmakonzern engagiert Investmentbanken: Bristol-Myers wappnet sich gegen Übernahme

Pharmakonzern engagiert Investmentbanken
Bristol-Myers wappnet sich gegen Übernahme

Der amerikanische Pharma-Konzern Bristol-Myers-Squibb (BMS) hat sich die Unterstützung mehrerer Investmentbanken gesichert, um gegen eine mögliche Übernahmeofferte der französischen Sanofi-Aventis gewappnet zu sein..

FRANKFURT. Mit den Vorbereitungen haben sich die Spekulationen, dass es im Laufe der nächsten Wochen zu einem Angebot für BMS oder sogar zu einem Übernahmekampf um den Konzern kommen könnte, weiter verdichtet. Die Aktie von BMS legte am Mittwochnachmittag um weitere mehr als drei Prozent zu und erreichte damit ein neues Dreijahres-Hoch.

Nach Informationen aus Finanzkreisen hat BMS den US-Banken Citigroup, Morgan Stanley und Lehman Brothers ein Mandat erteilt, mögliche Offerten und strategische Optionen zu prüfen. Auf Seiten von Sanofi-Aventis ist nach diesen Informationen die französische BNP Paribas als Berater aktiv, die dem Konzern bereits bei der Übernahme von Aventis vor zwei Jahren zur Seite stand.

Sanofi-Aventis denkt zwar offenbar über eine Offerte für Bristol-Myers nach. Eine konkrete Entscheidung über einen Vorstoß steht nach Informationen aus Unternehmenskreisen aber nicht unmittelbar bevor. Es gilt vielmehr als sicher, dass Verwaltungsratspräsident Jean-Francois Dehecq, die treibende Kraft hinter der Expansion des Konzerns, zunächst abwarten wird, bis einigermaßen Klarheit herrscht über die Situation im Patentverfahren um den wichtigen Wirkstoff Plavix. Auch dürfte Dehecq stark bestrebt sein, möglichst einen freundlichen Deal mit BMS zu besiegeln.

Plavix, ein Medikament zur Blutverdünnung, ist bisher das engste Bindeglied zwischen den beiden Unternehmen. Es wurde von Sanofi entwickelt und wird von BMS in den USA vertrieben. Das Patent läuft regulär noch bis Ende 2011, wird aber von der kanadischen Generikafirma Apotex angefochten. Eine Niederlage in diesem Patentstreit wäre vor allem für BMS ein herber Rückschlag und würde vermutlich den Börsenwert des US-Konzerns deutlich belasten. BMS erzielte zuletzt 3,2 Mrd. Dollar Umsatz mit Plavix. Weitere mehr als zwei Mrd. Dollar Umsatz dürfte Sanofi-Aventis selbst erzielen, davon allerdings den Löwenanteil in Märkten, wo das Patent nicht gefährdet ist.

Viele Analysten betrachten eine Übernahme von BMS als sehr interessante Expansionsmöglichkeit für Sanofi-Aventis. „Der Deal ist logisch. Die Unternehmen arbeiten bereits zusammen, und Sanofi will größer in den USA werden“, heißt es etwa in einem Kommentar von Barbara Ryan von der Deutschen Bank. Gleichzeitig überwiegt im Analystenlager die Überzeugung, dass die beiden Unternehmen das US-Patent letztlich verteidigen können. Eine Entscheidung in dem Verfahren wird möglicherweise jedoch erst im zweiten oder dritten Quartal fallen.

Neben Plavix ist BMS mit Sanofi ferner über eine Vertriebspartnerschaft für das Herzmedikament Avapro verbunden. Für mehrere neuartige Diabetes-Medikamente, die sich in der klinischen Entwicklung bei BMS befinden, hat der US-Konzern dagegen vor kurzem eine Partnerschaft mit der britischen Astra-Zeneca besiegelt. Die Forschungspipeline von BMS gilt insgesamt als relativ interessant. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund rechnen amerikanische Analysten damit, dass bei einemVorstoss von Sanofi weitere Unternehmen aus der Branche, so etwa Pfizer, Merck & Co, Schering-Plough oder eben Astra-Zeneca für BMS bieten könnten.

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