Pharmakonzern enttäuscht - Aktienkurs bricht ein
Glaxo Smith Kline erwartet schwieriges Jahr

Europas größter Pharmakonzern Glaxo Smith Kline (GSK) hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr gesteigert, ist aber hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Zudem enttäuschte der verhaltene Geschäftsausblick.

HB LONDON. Wegen der starken Konkurrenz durch Nachahmerprodukte für die beiden wichtigen Antidepressiva Paxil und Wellbutrin stellt sich das Unternehmen auf ein schwieriges Jahr 2004 ein, wie Konzernchef Jean-Pierre Garnier am Donnerstag sagte. Der GSK-Aktienkurs brach daraufhin ein.

Die französisch-deutsche Aventis kann von den Briten offenbar keine Unterstützung in ihrem Kampf gegen eine feindliche Übernahme durch Sanofi-Synthelabo erwarten. Garnier zufolge plant GSK keine größeren Akquisitionen und will sich auf ihre Forschungspipeline konzentrieren. Der weltweite Branchenzweite hinter dem US-Pharmariesen Pfizer war zuletzt als möglicher „Weißer Ritter“ für Aventis im Gespräch. Unter einem „Weißen Ritter“ wird im Finanzmarktjargon eine dritte Partei verstanden, die einem vor einer feindlichen Übernahme stehenden Unternehmen zu Hilfe kommt, indem sie eine attraktivere Gegenofferte vorlegt.

Für das laufende Jahr sagte GSK einen Gewinn voraus, der um Wechselkurseinflüsse bereinigt mindestens auf dem Niveau von 2003 liegen werde. Analysten wiesen darauf hin, dass dies unter Berücksichtigung von Währungsseffekten einem Rückgang von rund sieben Prozent entspräche, wenn der Pfund-Wechselkurs auf seinem aktuellen im Vergleich zum Vorjahr hohen Niveau verharren sollte. Garnier stellte allerdings eine langsame Verbesserung der Geschäftssituation in Aussicht. Zum Jahresende werde GSK dem Wettbewerbsdruck durch Generika wieder deutlich weniger ausgesetzt sein. Zudem sei die Entwicklung wichtiger neuer Medikamente dann weiter fortgeschritten.

Für 2003 wies GSK einen achtprozentigen Anstieg des Vorsteuergewinns auf 6,72 Mrd. Pfund (rund 9,9 Mrd. €) aus und einen fünfprozentigen Umsatzzuwachs auf 21,44 Mrd. Pfund. Die Zahlen sind jeweils um Wechselkursveränderungen bereinigt. Die durchschnittliche Analystenschätzung lag für das Vorsteuerergebnis bei 6,86 Mrd. Pfund und für den Umsatz bei 21,63 Mrd. Pfund.

Im vierten Quartal verbuchte der Konzern einen Rückgang des Ergebnisses je Aktie von 24 %. Belastet wurde der Gewinn vor allem durch Zahlungen zur Beilegung eines Rechtsstreits. Die GSK-Aktie tendierte im Londoner Handel fünf Prozent schwächer und zog damit den Gesamtmarkt ins Minus.

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