Pharmakonzern erhöht Prognose
Bayer will erstmals 50-Milliarden-Schwelle knacken

Das erste Quartal hätte für Bayer und Vorstandschef Werner Baumann kaum besser laufen können. Der Pharma- und Chemiekonzern macht knapp 40 Prozent mehr Gewinn. Und erhöht die Prognose – dank der Tochter Covestro.
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LeverkusenGute Geschäfte mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln haben dem Pharma- und Chemiekonzern Bayer zum Jahresauftakt ein Gewinnplus beschert. Vor allem Verkaufsschlager wie das Schlaganfallmittel Xarelto ließen bei dem Leverkusener Konzern im ersten Quartal die Kassen klingeln. So erhöhte sich der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um 15 Prozent auf 3,89 Milliarden Euro, wie Bayer am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz stieg um knapp zwölf Prozent auf 13,24 Milliarden Euro.

Vor der Übernahme des Saatgutriesen Monsanto kam das vor allem für Aspirin bekannte Unternehmen auch in seiner eigenen Agrarsparte Cropscience voran. Wegen des deutlichen Umsatz- und Ergebnisschubs bei der Kunststoff-Tochter Covestro erhöhte Bayer die Prognose für 2017.

So soll der Bayer-Umsatz 2017 nun auf etwa 51 Milliarden Euro wachsen, nachdem bisher mehr als 49 Milliarden Euro angepeilt worden waren. Das wäre ein Rekordhoch. Das Ebitda vor Sondereinflüssen soll im unteren Zehner-Prozentbereich zulegen, hier hatten sich die Leverkusener bisher lediglich den mittleren einstelligen Prozentbereich zugetraut. Der Kunststoffhersteller Covestro hatte bereits am Dienstag seine Quartalszahlen vorgelegt und nach einem überraschend kräftigen Ergebnisanstieg ebenfalls die Prognose erhöht.

Bayer verdiente unter dem Strich mit 2,08 Milliarden Euro knapp 38 Prozent mehr. Im Agrargeschäft kam dem Unternehmen vor allem eine positive Umsatzentwicklung in Nordamerika zugute. Insgesamt erhöhten sich die Erlöse der Sparte um 3,2 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro, das Ebitda um 2,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der künftigen Tochter Monsanto hatte im ersten Quartal schon eine starke Nachfrage nach Soja- und Maissaat einen Gewinnsprung gebracht. Auch beim US-Chemie-Riesen Dupont, der vor dem Zusammenschluss mit dem heimischen Rivalen Dow Chemical steht, war das Agrargeschäft zuletzt gut gelaufen.

Bei Bayer glänzte vor allem das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten. „Besonders erfolgreich waren wir erneut mit unseren Hauptwachstumsprodukten, die insgesamt um währungsbereinigt 20 Prozent zulegen konnten“, erklärte Konzernchef Werner Baumann. Bayer-Aktien legten vorbörslich 1,2 Prozent zu.

Finanzvorstand Johannes Dietsch wird das Unternehmen Ende Mai 2018 auf eigenen Wunsch verlassen, wie Bayer weiter mitteilte. Seine Nachfolge werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kenne mich mit Wirtschaftseckdaten nicht so aus, aber 40% scheint doch recht viel zu sein.

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