Pharmakonzern erwägt Verzicht auf Neueinführung eines Cholesterinsenkers – Zwangsrabatte bremsen das Deutschland-Geschäft
Astra-Zeneca hadert mit der Gesundheitsreform

Zwei Tage nach dem US-Konzern Pfizer macht nun auch die britische Astra-Zeneca verstärkt Front gegen die jüngsten gesundheitspolitischen Beschlüsse.

FRANKFURT/M. Der drittgrößte europäische Pharmahersteller will seinen neuen Cholesterinsenker Crestor möglicherweise nicht in Deutschland auf den Markt bringen, sollte dieses Medikament unter die neuen Höchsterstattungs-Regelungen (Festbeträge) fallen. Das deuteten Finanzchef Jonathan Symonds und Deutschlandgeschäftsführer Philip Burchard gestern an. „Wir brauchen einen vernünftigen Ertrag für unsere Innovationen“, betonte Symonds.

Am Montag hatte bereits Pfizer angekündigt, den Preis für sein Cholesterinmittel Sortis (Lipitor) nicht auf das Niveau der Festbeträge zu senken. Statt dessen setzt Pfizer darauf, die Patienten von Zuzahlungen für dieses relativ hochpreisige Medikamente zu überzeugen.

Crestor gehört ebenso wie Sortis zu der Wirkstoffgruppe der Statine, für die vor kurzem ein einheitlicher Festbetrag festgelegt wurde Er gilt sowohl für patentfreie als auch für patentgeschützte Mittel (darunter Sortis), was Industrievertreter als extrem innovationsfeindliche Regelung betrachten.

Eine konkrete Entscheidung über die Preispolitik bei Crestor steht bei Astra-Zeneca zwar noch nicht an. Denn das Mittel befindet hier zu Lande noch im Zulassungsverfahren beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Allerdings droht dem Konzern im Prinzip eine ähnliche Konstellation wie dem Konkurrenten Pfizer. Denn Crestor ist auf den meisten europäischen Märkten bereits zugelassen und wird dort zu einem Preis vermarktet, der etwa 40 Prozent über dem neuen Festbetrag für Statine liegt. Ein Preis auf Festbetragsniveau würde also umfangreiche Reimporte aus Deutschland provozieren und Preissenkungen in jenen Ländern auslösen, die Deutschland als Referenz für ihre Erstattungspreise nutzen.

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