Pharmakonzern
Fresenius-Aktionäre sorgen sich wegen Kosten der Übernahmen

Fresenius sorgt mit Übernahmen für Wachstumsfantasien - und ist zugleich hoch verschuldet. Die Anleger scheint das auf der heutigen Hauptversammlung nicht zu stören: Die Verschuldung hat der Konzern im Griff.
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FrankfurtVor zwei Wochen hat Fresenius-Chef Ulf M. Schneider für einen Paukenschlag mit großer Wirkung gesorgt: Sein Unternehmen, die Nummer eins im deutschen Klinikmarkt, will die Nummer zwei Rhön-Klinikum übernehmen und so einen mehr als sechs Milliarden Euro schweren Klinikkonzern formen. Diese Pläne dürften auch bei der morgigen Hauptversammlung der Aktionäre für viel Gesprächsstoff sorgen, wird der 3,2 Milliarden Euro schwere Deal doch die Schulden des Konzerns wieder kräftig in die Höhe treiben.

Bislang stört die Aktionäre die Verschuldung von Fresenius allerdings kaum: Das Unternehmen erhöht regelmäßig seine Dividende und die Aktie hat Konjunktur. Nach dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck haben die Titel von Fresenius Medical Care und dem Mutterkonzern Fresenius mit einem Plus von 21 beziehungsweise 14 Prozent die übrigen Dax-Werte im vergangenen Jahr klar abgehängt.

Auch im operativen Geschäft läuft es rund. Der 1912 vom Apotheker Eduard Fresenius gegründete Konzern konnte seine Umsätze in den vergangenen zehn Jahren dank milliardenschwerer Zukäufe und gutem Wachstum aus eigener Kraft auf mehr als 16,5 Milliarden Euro verdoppeln: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdreifachte sich sogar auf 2,6 Milliarden Euro. Großen Anteil daran hatte die ebenfalls im Dax notierte Dialysetochter Fresenius Medical Care, aber auch die Kliniktochter Helios sowie die auf Ernährungslösungen und injizierbare Medikamente spezialisierte Sparte namens Kabi.

Das nächste mittelfristige Ziel hat Firmenchef Schneider längst ausgegeben: Im Jahr 2014 soll das Konzernergebnis die Marke von einer Milliarde Euro übersteigen. Fresenius ist bereits auf einem guten Weg dahin. Zuletzt lag der Nettogewinn bei 770 Millionen Euro, 17 Prozent über dem Vorjahr. Nach einem guten ersten Quartal hat Fresenius nun sogar den Ausblick für das Gesamtjahr 2012 erhöht.

Fresenius und seine Dialysetochter Fresenius Medical Care sind ein Sonderfall im Dax. Fresenius hält rund 30 Prozent an FMC, übt aber über eine Kommanditgesellschaft auf Aktien die Kontrolle über den Dialysekonzern aus. Zurück geht diese Konstellation auf die Übernahme der US-Dialysefirma National Medical Care, die Fresenius Mitte der 1990er-Jahre mit dem Börsengang der Gesellschaft unter dem Namen Fresenius Medical Care finanzierte.

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Komplexe Konzernstruktur

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Steigende Verschuldung

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