Pharmakonzern
Gewinn von Astra-Zeneca bricht ein

Der britische Pharmakonzern Astra-Zeneca kämpft mit sinkendem Umsatz. Um die Einbußen auszugleichen, lassen neue Präparate auf sich warten. Der Konzern steht weiterhin vor einer gewaltigen Aufgabe.
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LondonBeim britischen Pharmakonzern Astra-Zeneca ist eine Wende noch lange nicht in Sicht. Auch im dritten Quartal sanken Umsatz und Ergebnis des Arzneimittelherstellers, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der operative Gewinn brach binnen Jahresfrist um 29 Prozent auf 2,03 Milliarden Dollar ein, der Umsatz schrumpfte um sechs Prozent auf 6,25 Milliarden Dollar.

Wichtige Medikamente müssen sich nach Patentablauf inzwischen dem harten Wettbewerb mit Generika-Herstellern stellen. Neue Präparate, um die Einbußen auszugleichen, lassen weiter auf sich warten. Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot, der den Konzern seit rund einem Jahr lenkt, steht weiter vor einer gewaltigen Aufgabe. Er hatte bereits vor einer mehrjährigen Durststrecke gewarnt. An der Börse kam der Zwischenbericht nicht gut an. Die Astra-Zeneca-Aktie verlor an der Londoner Börse zeitweise mehr als 2,5 Prozent.

"Wie erwartet spiegelt die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr die anhaltende Wirkung der Patentausfälle bei mehreren Schlüsselpräparaten wider", erklärte Soriot. Auch das Top-Medikament des Konzerns, der Cholesterinsenker Crestor, hat inzwischen in einigen Märkten wie Kanada seine Schutzrechte verloren. Zudem ist in den USA der Preiswettbewerb unter den Cholesterinsenkern scharf. Für das Gesamtjahr erwartet Soriot weiter einen prozentual mittleren bis hoch einstelligen Rückgang des Konzernumsatzes. Der Gewinn werde wegen der steigenden Kosten für Forschung, Entwicklung und Vertrieb im Vergleich mit dem Umsatz sogar deutlich stärker fallen.

Einen neuen Finanzchef hat Astra-Zeneca inzwischen gefunden. Marc Dunoyer, bislang für die Produktstrategie verantwortlich, soll künftig das Finanzressort leiten. Dunoyer war im Juni vom Rivalen Glaxo-Smith-Kline zu Astra-Zeneca gestoßen. Er löst auf dem Posten Simon Lowth ab, dessen Ausscheiden der Konzern bereits angekündigt hatte.

Um seinen den Medikamentennachschub aufzufüllen, hatte sich Astra-Zeneca in den vergangenen Monaten die Rechte an mehreren Wirkstoffen von Biotechfirmen gesichert. Aktuell größter Hoffnungsträger ist augenblicklich das Herz-Präparat Brillinta, mit dem der Konzern im dritten Quartal 75 Millionen Dollar erwirtschaftete. Im zweiten Quartal waren es noch 65 Millionen Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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