Pharmakonzern: Gewinn von Merck schrumpft

Pharmakonzern
Gewinn von Merck schrumpft

Das Sparprogramm des Pharma- und Spezialchemiekonzerns verursacht bisher mehr Kosten als Nutzen: Der Jahresüberschuss sank um 6,6 Prozent. Die Aktionäre können sich trotzdem kurzfristig freuen.
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DüsseldorfMerck baute 2012 seine Gesamterlöse zwar um 8,7 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro aus. Der Konzerngewinn nach Steuern sank allerdings um 6,6 Prozent auf 566,7 Millionen Euro, auch wegen der Kosten des laufenden Sparprogramms.

Allein 504 Millionen Euro an Restrukturierungskosten fielen 2012 an, zwei Drittel davon in der Pharmasparte Merck Serono. Allerdings: Statt der ursprünglich anvisierten 55 Millionen Euro senkte Merck 2012 die Kosten um 115 Millionen Euro. Konzernchef Kley will nun ab 2018 jährlich 385 Millionen Euro netto einsparen. Bislang wurden 20 Millionen Euro weniger angepeilt.

Den Aktionären will Konzernchef Karl-Ludwig Kley dennoch eine Freude machen. Für 2012 stellte er eine auf 1,70 Euro von 1,50 Euro je Aktie angehobene Dividende in Aussicht.

Im Pharmageschäft profitierte der Konzern unter anderem von höheren Preisen für sein Multiple- Sklerose-Medikament Rebif in den USA. In der Chemiesparte Performance Materials, zu der auch die Flüssigkristalle gehören, wurden die Geschäfte von der anhaltend starken Nachfrage nach Flachbildschirmen für Fernseher und Computer angeschoben. Merck ist der Weltmarktführer bei den Kristallen, auf denen die Flachbildschirme basieren. Zudem sorgte ein starker Dollar für Rückenwind.

Für 2013 und 2014 äußerte sich Merck zuversichtlich: Der Umsatz soll aus eigener Kraft moderat steigen, der Konzernüberschuss deutlich zulegen.

Kley hatte nach einer Serie von Rückschlägen in der Medikamenten-Entwicklung ein massives Umbauprogramm eingeleitet. Dadurch soll die Schlagkraft des Pharmageschäfts gestärkt und die Entwicklung neuer Medikamente vorangetrieben werden. Auch andere Sparten sind betroffen. Merck hatte unter anderem angekündigt, die Zentrale der Pharmasparte Merck Serono in Genf zu schließen, wo 500 der zuletzt 1250 Stellen wegfallen und 750 Jobs an andere Standorte verlagert werden.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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