Pharmakonzern
Glaxo stampft Jahresziel ein

Konsequenzen aus schwachen Quartalszahlen: Der Pharmakonzern Glaxo-Smithkline muss notgedrungen sein Jahresziel nach unten korrigieren. Grund für das schwache Quartal sind schlechte Geschäfte in Japan und den USA.
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LondonSchwächere Geschäfte in den USA und der starke Wechselkurs des britischen Pfund nagen an den Gewinnen des Pharmariesen Glaxo-Smithkline (GSK). Nach einem unerwartet deutlichen Umsatzrückgang im abgelaufenen Vierteljahr schraubte Großbritanniens Branchenprimus sein Ergebnisziel zurück. Vor allem das wichtige Geschäft mit Medikamenten gegen Lungenkrankheiten in den Vereinigten Staaten steht unter Druck.

Die GSK-Aktie büßte an der Londoner Börse zeitweise mehr als vier Prozent ein. „Die Zahlen für das zweite Quartal sind eine gehörige Enttäuschung“, urteilten die Analysten der Berenberg Bank.

Im abgelaufenen Vierteljahr setzte der Konzern 5,56 Milliarden Pfund um - 13 Prozent weniger als vor einem Jahr und weniger als von Analysten erwartet. Im Kerngeschäft schrumpfte der operative Gewinn um ein Viertel auf 1,41 Milliarden Pfund. GSK ist aktuell noch in großem Maße von seinem Atemwegspräparat Advair abhängig, das rund ein Fünftel der Erlöse ausmacht. In Europa steht es bereits im Wettbewerb mit günstigeren Generika, auch in den USA dürfte es in den nächsten Jahren dazu kommen. GSK-Chef Andrew Witty setzt zwar auf Nachfolger wie die Präparate Breo und Anoro. Aber bislang ziehen die Umsätze mit den zwei Mitteln nur langsam an.

Witty erwartet inzwischen im Kerngeschäft nur noch einen Gewinn in etwa auf Vorjahresniveau. Bislang hatte er eine Steigerung von vier bis acht Prozent in Aussicht gestellt.

Der Konzernchef ist dabei, GSK neu aufzustellen, um für mehr Wachstum zu sorgen. So stehen unter anderem ältere Medikamente, deren Patentschutz abgelaufen sind, auf der Verkaufsliste. Zwar ist bei GSK die Zeit der ganz großen Patentabläufe erst einmal vorbei. Aber der Wettbewerb mit Generika-Firmen bleibt hart. So wurde im April in den USA früher als erwartet eine Nachahmerversion des Herzmittels Lovaza auf den Markt gebracht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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