Pharmakonzern
Merck bleibt bei Schließung von Genf

Die Vorschläge der Belegschaft haben nicht gefruchtet: Der Pharma- und Chemiekonzern Merck setzt sein Sanierungsprogramm unbeeindruckt fort. Das bedeutet: Der Standort Genf wird im kommenden Jahr geschlossen.
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DarmstadtDer Pharma- und Chemiekonzern Merck hält auch nach Gesprächen mit den Mitarbeitern an der Schließung des Standortes Genf fest. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, müssten Doppelfunktionen abgebaut werden, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Damit seien die Vorschläge der Belegschaft zur Vermeidung oder Verringerung des geplanten Arbeitsplatzabbaus in der Schweizer Sparte Serono nicht vereinbar gewesen. Allerdings würden Verbesserungen des Sozialplans angeboten, unter anderem sei das Vorruhestandsalter von 58 auf 56 Jahre herabgesenkt worden.

Zuvor hatten Mitarbeiter in der Schweiz Merck ab diesem Mittwoch mit Streik gedroht. Bei Merck findet an dem Tag in Darmstadt eine Betriebsversammlung statt, auf der die angekündigten Sparmaßnahmen das Hauptthema sein dürften.

Merck-Chef Karl-Ludwig Kley hat für den Dax-Konzern ein umfassendes Sparprogramm eingeleitet. In der Pharmasparte Merck Serono sollen ab 2014 pro Jahr 300 Millionen Euro eingespart werden. Dabei soll die Zentrale von Serono in Genf voraussichtlich Mitte 2013 geschlossen werden. „Die Umstrukturierung beinhaltet schwierige, aber unabdingbare und notwendige Maßnahmen, um die Zukunft von Merck Serono zu sichern“, sagte Stefan Oschmann, der in der Merck- Geschäftsleitung für die Sparte Serono zuständig ist.

Rund 500 Arbeitsplätze in Genf sowie 80 weitere Jobs an den drei Schweizer Produktionsstandorten sollen wegfallen. Mehr als 750 der 1250 Genfer Stellen sollen verlagert werden, größtenteils im zweiten Halbjahr 2012. „Wie viele davon an den Firmensitz nach Darmstadt kommen, wissen wir noch nicht“, hatte Betriebsratschef Heiner Wilhelm vor wenigen Tagen der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX gesagt.

Insgesamt arbeiten in der Pharmasparte Merck Serono derzeit weltweit 17 000 Mitarbeiter. Die Merck KGaA hatte den Schweizer Biotech-Konzern Serono vor fünf Jahren für mehr als zehn Milliarden Euro übernommen.

Der Konzernbetriebsrat und die Geschäftsleitung hatten sich auf ein Eckpunktepapier verständigt. Durch die Freiwilligenprogramme sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden - ganz ausgeschlossen hatte die Geschäftsleitung sie aber nicht. In Deutschland beschäftigt Merck rund 10 600 Menschen. Konkrete Pläne für Deutschland wurden noch nicht bekannt. Weltweit beschäftigt Merck rund 40 600 Mitarbeiter.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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