Pharmakonzern Merck kündigt Konzernumbau an

Merck hat angekündigt, seine Konzernstruktur umzubauen. Dabei will der deutsche Pharmakonzern drei Unternehmensbereiche neu aufstellen und auf Wachstum ausrichten. Noch muss die Hauptversammlung den Umbau genehmigen.
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Der Pharma- und Chemiekonzerns hofft auf mehr Wachstum in den einzelnen Sparten. Quelle: dpa
Merck in Darmstadt

Der Pharma- und Chemiekonzerns hofft auf mehr Wachstum in den einzelnen Sparten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Darmstädter Pharma-Konzern Merck stellt seine drei operativen Sparten organisatorisch auf eigene Beine und verschafft sich damit strategischen Spielraum. Die Bereiche Healthcare (Arzneimittel), Life Science (Laborausrüstung für die Biotech-Branche) und Performance Materials (vor allem Flüssigkristalle) sollten im kommenden Jahr in eigene Tochtergesellschaften unter dem Dach der KGaA ausgegliedert werden, teilte das Darmstädter Unternehmen am Dienstag mit.

„Beabsichtigt ist, auf diese Weise von den globalen Wachstumschancen der drei Geschäfte langfristig bestmöglich profitieren zu können“, erklärte die Merck KGaA. „Wir werden uns aber weiterhin als ein Merck verstehen und auch so handeln“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Stefan Oschmann.

Es geht dabei nach Unternehmensangaben nicht um eine Ausgliederung von Konzernbereichen oder den Aufbau einer Holding-Struktur. Auch ist nicht etwa geplant, eigenständige Bereichsvorstände für die drei Teilbereiche zu etablieren.

Die Ausgliederungen müssen von den Aktionären noch genehmigt werden. Deutsche Großkonzerne wie Bayer, Eon und Siemens hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Töchter abgespalten, um damit einen Börsengang oder einen Verkauf an Investoren vorzubereiten. Damit soll ihr Wert besser sichtbar werden, als das als Teil eines Konzerns möglich ist. Merck habe solches aber nicht im Sinn, sagte ein Sprecher. „Die Logik ist eine andere. Wir wollen es den operativen Bereichen ermöglichen, noch besser ihre Geschäfte zu steuern.“

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Ziel ist es in erster Linie, die rechtliche Struktur des Werks Darmstadt an die Konzernstruktur mit den drei Unternehmensbereichen anzupassen. Das Stammwerk von Merck in Darmstadt beschäftigt rund 10.000 von weltweit 50.000 Mitarbeitern im Merck-Konzern. Es ist das größte Werk von Merck und zugleich der einzige große Standort des Konzerns, an dem alle drei Teilbereiche stark vertreten sind. Das Werk hängt bisher noch direkt an der KGaA.

Anlass für die Neuordnung sei die Einführung neuer IT-Systeme für die Unternehmensplanung gewesen. Davon soll es künftig drei geben, für jede Sparte eines. Merck war in den vergangenen Jahren unter anderem durch die Zukäufe von Sigma-Aldrich und Millipore kräftig gewachsen. Die Systeme seien aber noch stark auf die Zentrale in Darmstadt zugeschnitten, hieß es in der Mitteilung.

Das soll sich nun ändern. „Jetzt, in einer Zeit, in der es Merck sehr gutgeht, wollen wir den Standort strategisch für weiteres Wachstum vorbereiten“, sagte Oschmann. „Das bedingt, dass wir ihn besser mit den anderen Teilen unserer gewachsenen Merck-Welt verbinden.“

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