Pharmakonzern Merck & Co
Deutsche Vioxx-Patienten klagen in USA

Am Montag haben die ersten vier deutschen Vioxx-Patienten in den USA ihre Klage gegen den amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co eingereicht. Die Berliner Kanzlei Andreas Schulz, die insgesamt 1042 Vioxx-Betroffene vertritt, bestätigte dies am Dienstag.

HB BERLIN. Der Oberste Richter des zuständigen Gerichts in Chicago gehe von zwei bis vier Jahren Verfahrensdauer aus. „Dann will er die Sache zu den Akten gelegt haben“, sagte Christian-Markus Belgardt, Vioxx-Experte der Berliner Kanzlei.

Die Berliner arbeiten zusammen mit der US-Kanzlei Kenneth B. Moll, wo rund 4500 Einzel- und Sammelklagen aus aller Welt zu dem umstrittenen Arthritis- und Schmerzmedikament betreut werden. „Wir haben für unsere Sammelklage aus der Vielzahl bundesweiter Fälle vier herausgesucht, deren Krankheitsgeschichte besonders gut dokumentiert sind“, erläuterte Belgardt.

Zwei Berlinerinnen gehören dazu. Eine hatte das Medikament wegen chronischer Schmerzen drei Jahre genommen und dann einen Herzinfarkt erlitten. Der Ehemann der zweiten Klägerin war nach einer Vioxx- Langzeittherapie und vier Schlaganfällen gestorben. Im Laufe des Verfahrens würden sich weitere Kläger aus Deutschland anschließen, sagte Belgardt.

„In der Klageschrift werfen wir dem Konzern vor, dass er von den Risiken wusste und das Medikament trotzdem vertreiben hat“, so Rechtsanwalt Andreas Schulz. Die Zahl der Vioxx-Geschädigten in Deutschland insgesamt wird auf 7000 geschätzt. Im August war Merck & Co in einem ersten Prozess in Texas zu einer Gesamtstrafe von 253,54 Mill. $ (209 Mio Euro) verurteilt worden.

Zugleich mit der US-Mutter hatte auch die deutsche Merck-Tochter MSD das Medikament am 30. September 2004 vom Markt genommen. Vioxx steht im Verdacht, Herzinfarkte und Schlaganfälle auszulösen. Mit der deutschen Merck KGaA in Darmstadt ist Merck & Co nicht verbunden. Der ähnliche Name hat historische Gründe.

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