Pharmakonzern Merck will stark in die Krebs-Forschung investieren

Nach einem Rekordumsatz im vergangenen Jahr will Merck nun deutlich mehr Geld in die Erforschung neuer Krebs-Medikamente stecken. Der deutsche Pharmakonzern setzt dabei große Hoffnungen auf die Immuntherapie Avelumab.
Update: 09.03.2017 - 09:14 Uhr Kommentieren
Der Pharmakonzern steigert Umsatz und Gewinn. Quelle: dpa
Merck KGaA Darmstadt

Der Pharmakonzern steigert Umsatz und Gewinn.

(Foto: dpa)

FrankfurtNach einem Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr tritt Merck in diesem Jahr auf der Stelle. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern will mehr Geld für die Erforschung neuer Immuntherapien gegen Krebs ausgeben und nimmt dafür einen möglichen Ergebnisrückgang in Kauf. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) soll 2017 in etwa stabil im Vergleich zum Vorjahr bleiben, teilte Merck am Donnerstag mit. Dabei sei eine leicht positive oder auch negative prozentuale Schwankung um den Vorjahreswert möglich.

Das Unternehmen setzt große Hoffnungen auf die Krebsimmuntherapie Avelumab, für die sich Merck die erste Marktzulassung in diesem Jahr erhofft. Von dem Krebsmittel soll in Zukunft ein Großteil der neuen Pharmaumsätze kommen. Für dieses Jahr rechnet Merck insgesamt mit einem leichten bis moderaten organischen Umsatzwachstum.

Der kräftige Sprung beim Betriebsgewinn vor Abschreibungen und dem bereinigten Ergebnis ergibt sich allerdings ganz überwiegend aus der Integration des 13 Milliarden Euro teuren Zukaufs Sigma-Aldrich. Ohne diesen Effekt hätte sich die operative Ertragskraft offenbar kaum verändert. Der Umsatz erhöhte sich um 17 Prozent auf 15 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn kletterte um knapp ein Viertel auf 4,5 Milliarden. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,6 Milliarden, ein Plus von rund 46 Prozent binnen Jahresfrist. Mit dem Laborzulieferer Sigma-Aldrich hat Merck sein Life Science Geschäft nachhaltig gestärkt.

Was an Krebsmythen dran ist
Krebs ist ansteckend
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Dieses Vorurteil hält sich standhaft. Dabei ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen, dass Krebs weder über den normalen Umgang mit Patienten noch über die Pflege übertragen werden kann. Denn Patienten scheiden die Krebszellen nicht aus. Kommt ein Mensch versehentlich mit Tumorgewebe direkt in Berührung, erkennt das Immunsystem die fremden Körperzellen und eliminiert sie. Derzeit geht die Wissenschaft davon aus, dass dieser Schutzmechanismus sogar funktioniert, wenn man eine Bluttransfusion mit dem Blut eines Krebskranken verabreicht bekommt.

Quelle: Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums

Zucker füttert den Krebs
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"Verzichte bloß auf Zucker!" Diesen Ratschlag hören krebskranke Menschen oft. Denn Zucker ist der Energielieferant schlechthin für unsere Zellen. Die Beobachtung des Energiestoffwechsels von Tumorzellen und ob sich dieser von gesunden Zellen unterscheidet, ist eine wichtige Frage der Krebsforschung. Bislang gibt es keine Studienergebnisse, die diese Theorie klar be- oder widerlegen könnten. Krebsforscher warnen aber vor allzu strengen Diäten, um den Körper und den Appetit, der ohnehin unter der Krankheit und der Therapie leidet, nicht zu überfordern.

Abtreibung löst Brustkrebs aus
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Dieses Gerücht ist eine echte Belastung für alle Frauen, die sich im Laufe ihres Lebens einmal gegen ein Kind entscheiden mussten. Ausgangspunkt ist eine Studie aus den USA, die weltweit in den Medien zitiert wurde. Diese legte nahe, dass Abtreibungen das Risiko für ein Mammakarzinom erhöhe. Kritiker bemängelten, dass mit der Studie keine Krebshäufung unter betroffenen Frauen nachgewiesen werden konnte. Auch ließe sich gar nicht ablesen, dass Abtreibung und Brustkrebs ursächlich etwas miteinander zu tun hätten. Mittlerweile wurden fundierte Studien durchgeführt, die zeigen, dass Schwangerschaftsabbrüche und auch ungewollte Fehlgeburten als Risiko für Brustkrebs relativ sicher ausgeschlossen werden können.

Zu enge BHs verursachen Brustkrebs
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Auch diesen Mythos schürte ein Buch aus den USA. Darin hieß es, dass das Abklemmen der Lymphbahnen dazu führe, dass der Stoffwechsel nicht gut funktioniere und Schadstoffe nicht abwandern könnten. Ein Beweis oder eine wissenschaftliche Quelle für diese Behauptung konnten die Autoren jedoch nicht liefern. Inzwischen ist klar: Das Tragen von Büstenhaltern beeinflusst das Brustkrebsrisiko nicht, egal ob zu eng oder gut passend, mit Bügel oder ohne.

Viele Lebensmittel sind für Krebspatienten giftig
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So viele Ratschläge Freunde und Bekannte auch auf den Lippen haben, eine sogenannte "Krebsdiät" gibt es nicht. Häufig wird vor Kartoffeln, Tomaten oder Schweinefleisch gewarnt, die angeblich giftig für Krebspatienten seien. Tatsächlich enthalten die Nachtschattengewächse Kartoffeln und Tomaten in ihren grünen Pflanzenteilen das schwach giftige Solanin. Krebs fördert dieser Stoff jedoch nicht.
Das Gerücht, Schweinefleisch sei schädlich, scheint eher einen weltanschaulichen oder religiösen Hintergrund zu habe. Wissenschaftliche Belege, dass das Fleisch ungesund ist, gibt es jedenfalls nicht.

Krebsrisiko steigt nach einer Sterilisation
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Führt eine Durchtrennung der Eileiter oder Samenstränge zu Krebs? Hierauf ist die Antwort nicht so eindeutig zu geben. Bei Frauen konnte die Vermutung, eine Unterbindung der Eileiter führe zu Eierstockkrebs, bislang nicht durch Studien belegt werden. Bei Männern sieht die Sache etwas anders aus: Jahrelang galt eine Vasektomie als ungefährlich. Das Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken, scheint tatsächlich nicht anzusteigen. Bei Prostatakrebs hingegen sehen die Wissenschaftler noch offene Fragen. Eine US-Studie die im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde und 50.000 Männer über einen Zeitraum von 24 Jahren beobachtete, wies auf einen leichten Anstieg aggressiver Prostatakarzinome nach einer Vasektomie hin. Der Mechanismus dahinter ist aber noch unklar.

Übergewicht macht krebskrank
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Es gibt Studien, die sich mit der Frage beschäftigt haben, ob es einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Körpergewicht und Brustkrebs gibt. Und tatsächlich müssen Frauen, die nach den Wechseljahren deutlich übergewichtig sind, mit einer höheren Erkrankungswahrscheinlichkeit leben. Für jüngere Frauen wurde dieser Zusammenhang bisher nicht bestätigt. Laut dem Krebsinformationsdienst laufen hierzu aktuell noch weitere Studien.

Der Nettogewinn profitierte zudem von Veräußerungsgewinnen in Höhe von rund 450 Millionen Euro. Der Löwenanteil entfiel auf den Verkauf von Rechten an dem Medikament Kuvan. Andererseits hatte Merck Sonderaufwand und Integrationskosten im Zusammenhang mit der Sigma-Akquisition zu verkraften, die sich auf rund 270 Millionen Euro addierten. Bereinigt um solche Faktoren errechnet sich laut Merck immerhin ein Anstieg des Gewinns je Aktie um rund ein Viertel. Die Aktionäre sollten eine 15 Cent höhere Dividende von 1,20 Euro je Aktie erhalten.

Immuntherapie ist der größte Hoffnungsträger
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