Pharmakonzern: Novartis steigert Quartalsgewinn

Pharmakonzern
Novartis steigert Quartalsgewinn

Der Quartalsgewinn stiegt zwar, dennoch enttäuscht Novartis die Erwartungen. Zudem droht dem Konzern Ärger in den USA: Die Justiz ermittelt gegen den Pharmariesen wegen der Bestechung von Apothekern.
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ZürichDer Schweizer Pharmakonzern Novartis hat den Gewinn im ersten Quartal deutlich gesteigert. Neben einem Umsatzschub durch jüngst eingeführte Produkt half dem Basler Arzneimittelhersteller, dass Nachahmerprodukte für seinen Top-Umsatzbringer Diovan in den USA nur zögerlich auf den Markt kommen. Im Vergleich zum Vorjahr fielen zudem Restrukturierungsaufwendungen weg. Unter dem Strich standen Ende März 2,42 Milliarden Dollar und damit sieben Prozent mehr als vor einem Jahr, wie Novartis am Mittwoch mitteilte. Der Konzern verdiente damit leicht weniger als von Analysten erwartet.

Novartis bekräftigte seine Prognose und rechnet erst im kommenden Jahr mit einer Rückkehr zum Wachstum. 2013 werde der Umsatz unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen stagnieren, prognostizierte der Konzern. Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn dürfte sogar um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag schrumpfen.

In den ersten drei Monaten erhöhte sich der Umsatz um zwei Prozent auf 14,02 Milliarden Dollar. Novartis bekam die Stärke seiner Konzernwährung Dollar zu spüren, wodurch sich die Einnahmen aus anderen Währungsräumen verringern. Im größten Geschäftsbereich mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten stagnierten die Verkaufserlöse bei 7,88 Milliarden Dollar. Obwohl sich die Generika-Konkurrenz für Diovan in den USA verzögert, brach der Umsatz des Blutdrucksenkers um 23 Prozent auf 918 Millionen Dollar ein.

Neue Präparate wie die Tablette Gilenya gegen Multiple Sklerose, die Krebsmedikamente Afinitor, Tasigna und Jakvi sowie neue Lungenmedikamente konnten das auffangen. Die seit 2008 auf den Markt gebrachten Produkte wuchsen stark und tragen inzwischen fast ein Drittel zum Spartenumsatz bei. Das Impfstoffgeschäft erhielt einen Umsatzschub durch die schwere Grippewelle in den USA.

Seinen neuen Verwaltungsratspräsident empfängt Novartis mit einer Millionenzahlung. Jörg Reinhardt erhalte als Entschädigung für verlorene Ansprüche gegenüber seinem bisherigen Arbeitgeber 2,6 Millionen Euro. Künftig betrage Reinhardts Vergütung jährlich 3,8 Millionen Franken (3,1 Millionen Euro), davon die Hälfte in bar und den Rest in frei verfügbare Novartis-Aktien. Reinhardt hat zudem Anspruch auf Renten- und Versicherungsleistungen.

Reinhard, der zuletzt die Bayer-Sparte Healthcare leitete, folgt Anfang August dem langjährigen Novartis-Konzernlenker Daniel Vasella als Chef des Verwaltungsrats nach. Vasella war Ende Januar zurückgetreten. Er sollte zunächst eine Abgangsentschädigung von 72 Millionen Franken erhalten. Nach einem öffentlichen Aufschrei wurde der Vertrag wieder aufgehoben.

Novartis gab weiter die Ernennung von Harry Kirsch zum Konzern-Finanzchef bekannt. Er folgt Jon Symonds, der nach vier Jahren als CFO zurücktritt. Lokalrivale Roche ist mit einem Umsatzplus von fünf Prozent besser als erwartet ins Jahr 2013 gestartet. Auch die beiden US-Konzerne Johnson & Johnson und Abbott Laboratories hatten im Auftaktquartal gute Zahlen vorgelegt. Der Bayer-Konzern veröffentlicht seinen Zwischenbericht am Donnerstag.

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