Pharmakonzern
Novartis trotzt den widrigen Umständen

Der starke Dollar und die Sparbemühungen vieler Staaten im Gesundheitswesen machen dem Schweizer Pharmakonzern zu schaffen. Während der Umsatz von Novartis im zweiten Quartal sank, lag der Reingewinn auf Vorjahresniveau.
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ZürichDem Schweizer Pharmakonzern Novartis machen der starke Dollar und die Sparbemühungen vieler Staaten im Gesundheitswesen zu schaffen. Gleichzeitig greifen die eingeleiteten Sparmaßnahmen, so dass das Basler Unternehmen seinen Gewinn im zweiten Quartal stabil halten konnte.

Dank der Verjüngung des Medikamentenportfolios sieht Konzernchef Joseph Jimenez das Unternehmen gut aufgestellt. Novartis habe bei der Entwicklung wichtiger neuer Medikamente Fortschritte gemacht. "Damit konnten wir unsere zukünftigen Wachstumsaussichten weiter stärken", sagte Jimenez.

Im zweiten Quartal lag der Reingewinn mit 2,7 Milliarden Dollar auf dem Vorjahresniveau. Novartis verdiente damit allerdings mehr als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit einem Gewinnrückgang auf 2,47 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar.

Novartis bekam die Stärke der Konzernwährung Dollar zu spüren - die Einnahmen aus anderen Währungsräumen verringerten sich deswegen leicht. Zudem machte sich auch ein Produktionsstopp im US-Werk Lincoln wegen Qualitätsproblemen bemerkbar. Dort sollen die Auslieferungen im vierten Quartal wieder anlaufen.

Hingegen zogen die Verkäufe der jüngeren Produkte wie des Multiple-Sklerose-Tablette Gilenya oder des Krebsmittels Afinitor an. Der Anteil der seit 2007 auf den Markt gebrachten Mittel am Konzernumsatz erhöhte sich auf 34 Prozent. Die neuen Medikamente machen damit den Umsatzausfall wichtiger Präparate wie des Blutdrucksenkers Diovan wett, die wegen des ausgelaufenen Patentschutzes billiger Generika-Konkurrenz ausgesetzt sind. Zudem hat Novartis die Kosten gesenkt, indem Werke geschlossen und Stellen gestrichen wurden.

Im Gesamtjahr 2012 rechnet Novartis weiterhin mit einem gegenüber 2011 stabilen Umsatz. Die steigende Konkurrenz durch billigere Nachahmer-Versionen und der Preisdruck im Gesundheitswesen drücken aber auf die Rentabilität.

Die bereinigte operative Marge dürfte unter den 24 Prozent des Vorjahres liegen, erklärte Novartis. Im zweiten Quartal betrug sie 27,3 Prozent. Die Novartis-Aktien stiegen um 0,5 Prozent auf 55,35 Franken und damit leicht stärker als die europäischen Gesundheitswerte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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