Pharmakonzern
Novartis verdient weniger als erwartet

Wechselkurseffekte und starke Konkurrenz setzen Novartis zu. Der Arzneimittelhersteller kann zwar das Niveau seines Reingewinns halten, beim Umsatz sieht es für die Schweizer aber schlechter aus.
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ZürichDer starke Dollar und die zunehmende Konkurrenz für sein umsatzstärkstes Medikament setzen dem Schweizer Pharmakonzern Novartis zu. Der Reingewinn lag im dritten Quartal mit 2,48 Milliarden Dollar auf dem Vorjahresniveau, wie das Unternehmen Donnerstag mitteilte. Der Basler Arzneimittelhersteller verdiente damit unter dem Strich weniger als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit 2,57 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Der Umsatz ging um sieben Prozent auf 13,81 Milliarden Dollar zurück. Novartis bekam die Stärke seiner Konzernwährung Dollar zu spüren, wodurch sich die Einnahmen aus anderen Währungsräumen verringern. Aber auch unter Ausschluss von Wechselkurseffekten resultierte ein leichtes Umsatzminus von zwei Prozent. Der Patentschutz des Umsatzrenners Diovan gegen Bluthochdruck ist im September im weltgrößten Gesundheitsmarkt USA ausgelaufen. Der Basler Arzneimittelhersteller bestätigte seine Jahresprognose für Umsatz und Rentabilität.

Als Stütze erwiesen sich jüngst zugelassene Medikamente. Sie trugen im dritten Quartal mehr als ein Drittel zum Umsatz der Novartis-Gruppe bei. Als Herausforderung für Novartis gilt auch, dass im September die Patentfrist für das Bluthochdruck-Mittel Diovan abgelaufen ist. Es gehörte zu den Bestsellern der Schweizer. Konzernchef Josepf Jimenez bleibt dennoch der Einschätzung, dass der Umsatz im Gesamtjahr 2012 auf dem Niveau des Vorjahres gehalten wird.

Zugleich betonte der Schweizer Pharma-Riese nach einem Verkaufsstopp für mehrere seiner Grippeimpfstoffe in Italien hat die Sicherheit seiner Vakzine. Novartis habe volles Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit seiner saisonalen Grippeimpfstoffe Agrippal und Fluad, erklärte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag. Italien, die Schweiz und Österreich hatten am Mittwoch einen Auslieferungsstopp für die Impfstoffe verhängt.

Die italienischen Behörden hatten Alarm geschlagen, nachdem in Impfstoff-Ampullen weiße Partikel entdeckt worden waren. Novartis betonte, derartige Partikel könnten beim Herstellungsprozess entstehen, hätten aber nach Überzeugung des Konzerns keine Auswirkungen auf die Sicherheit oder Wirksamkeit des Mittels. Das Unternehmen habe den italienischen Gesundheitsbehörden freiwillig Informationen über die Impfstoffe zur Verfügung gestellt.
Grippeimpfstoffe von Novartis werden auch in Deutschland vertrieben. Das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut in Langen will am Donnerstagmittag eine Erklärung zu den Novartis-Produkten abgeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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