Pharmakonzern
Roche enttäuscht mit Umsatzminus

Hoch waren die Erwartungen nicht an Roche. Doch der Schweizer Pharmakonzern hat dennoch weniger Umsatz generiert als prognostiziert. Immerhin hält Roche das Gewinnziel aufrecht.
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ZürichDer starke Franken und schleppende Verkäufe des Krebsmedikaments Avastin belasten den Schweizer Pharmakonzern Roche . In den ersten neun Monaten ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 31,5 Milliarden Franken (gut 25 Milliarden Euro) zurück. Bereinigt um Wechselkurseffekte stagnierten die Erlöse wie schon im ersten Halbjahr, als der Basler Konzern ebenfalls kein Wachstum verbuchte. Die Aktie verlor im frühen Handel mehr als drei Prozent.

Der Umsatz im größten Konzernbereich Pharma sank nach Roche-Angaben vom Donnerstag infolge der Währungseffekte um 14 Prozent auf 24,4 Milliarden Franken. In Lokalwährungen betrug der Rückgang lediglich ein Prozent. Der Avastin-Umsatz sank um acht Prozent auf 3,94 Milliarden Franken. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments bei der Behandlung von Brustkrebs. Die Zulassung für diese Indikation hängt in der Schwebe.

Mit dem Umsatz des dritten Quartals allein war Konzernchef Severin Schwan zufrieden. „Die solide Umsatzentwicklung im dritten Quartal entspricht den Erwartungen. Damit werden wir die für 2011 gesteckten Ziele erreichen“, erklärte er. Roche legte als erster der großen europäischen Pharmakonzerne seinen Zwischenbericht vor, der sich aber traditionsgemäß auf Angaben zum Umsatz beschränkte. In lokalen Währungen gerechnet stiegen die Erlöse in den Monate Juli bis September gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent. Mit 9,82 Milliarden Franken verfehlte der Basler Konzern die Analystenprognosen aber um knapp vier Prozent. „Die Zahlen reichen nicht, sagte ein Händler. Die Aktie werde wohl unter Druck kommen. „Ein bisschen schwach - und es sind nicht allein die Währungen“, hiess es in einem ersten Kommentar der Deutschen Bank. Wird das Grippemittel Tamiflu nicht mitgerechnet, stieg der Umsatz in Lokalwährungen um zwei Prozent.

Für das ganze Jahr erwartet Roche in der Pharma-Sparte ohne Tamiflu ein Erlöswachstum in lokalen Währungen im unteren einstelligen Prozentbereich. „Dies spiegelt auch die Auswirkungen der Gesundheitsreform in den USA und der europäischen Sparmassnahmen wider“, erklärte Roche. Das angepeilte Plus liege im Rahmen des erwarteten Marktwachstums.

Seit knapp einem Jahr laufen bei Roche Kostensenkungsprogramme, die dieses Jahr Einsparungen von 1,8 Milliarden Franken bringen sollen. Der Kerngewinn je Aktie in Lokalwährungen soll 2011 um rund zehn Prozent steigen. Zudem verspricht Roche seinen Aktionären eine Dividende, die mindestens auf dem Vorjahresniveau von 6,60 Franken liegen soll.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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