Pharmakonzern
Roche enttäuscht mit Umsatzrückgang

Roche hatte es im ersten Quartal nicht einfach: Der starke Franken belaste den Schweizer Pharmakonzern und die Gesundheitsreformen auch. Dadurch sank der Umsatz. Dennoch bleibt Roche für 2011 optimistisch.
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Basel Beim Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche drücken die Sparbemühungen in den staatlichen Gesundheitswesen und der herbe Rückschlag mit dem Top-Krebsmedikament Avastin aufs Geschäft. Der Basler Arzneimittelhersteller setzte im ersten Quartal mit 11,12 Milliarden Franken (8,6 Milliarden Euro) neun Prozent weniger um als vor einem Jahr und verfehlte damit die Markterwartungen. Zu schaffen machte Roche auch der starke Franken, wodurch sich Einnahmen aus anderen Währungsräumen verringerten. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten stagnierten die Erlöse, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

In der wichtigen Pharma-Sparte ging der Umsatz in Lokalwährungen gerechnet um zwei Prozent zurück. Die Verkaufserlöse von Avastin sanken um sechs Prozent auf 1,42 Milliarden Franken und das Mittel büßte seine Stellung als umsatzstärkstes Medikament ein. In den USA, woher knapp die Hälfte der Erlöse kommen, beschleunigte sich der Erlösrückgang gegenüber dem Vorquartal. Dem Mittel wurde Ende 2010 in den USA die Zulassung zur Brustkrebsbehandlung mangels Wirkungsnachweis entzogen. Roche hat diese Entscheidung der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA angefochten. Zu den Erfolgsaussichten in dem Ende Juni angesetzten Hearing wollte sich Pharma-Chef Pascal Soriot am Donnerstag nicht äußern. Es sei das erste Verfahren dieser Art, sagte er.

Auch die staatlichen Sparbemühungen forderten ihren Tribut.

In den USA kostete die Gesundheitsreform 0,6 Prozentpunkte des Wachstums und in Europa rund einen Prozentpunkt, sagte Konzernchef Severin Schwan. Außerdem halbierte sich der Tamiflu-Umsatz, weil das Grippemittel angesichts der geschwundenen Gefahr einer Schweinegrippe-Pandemie deutlich weniger gefragt war.

Schwan sieht Roche dennoch auf Kurs zu den angepeilten Jahreszielen. Das als Reaktion auf den Avastin-Rückschlag und die Gesundheitsreformen aufgelegte Sparprogramm "Operational Excellence" liege im Plan, sagte der CEO. Der Konzern strebt im laufenden Jahr einen Umsatzanstieg - unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen und den stark schwankenden Tamiflu-Verkäufen - im niedrigen einstelligen Prozentbereich an.

Der bereinigte Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie soll um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen.

Die Roche-Genusscheine sanken um ein Prozent auf 131,80 Franken und gehörten damit zu den größten Verlieren unter den europäischen Gesundheitswerten. Analysten sprachen von einem unspektakulären Umsatzausweis ohne Überraschungen. Bei Roche stünden mehr und mehr die Fortschritte in der Medikamentenpipeline im Vordergrund.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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