Pharmakonzern Roche
Gute Zahlen und ein neuer Chef

Der weltweit fünftgrößte Pharmakonzern Roche hat im ersten Halbjahr erneut vom Umsatzwachstum seiner Krebsmedikamente profitiert und fast 30 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Konzernchef Franz Humer bot dies die perfekte Gelegenheit, seinen Nachfolger vorzustellen.

HB ZÜRICH. Humer wird sich auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten beschränken. Sein Nachfolger in der operativen Konzernleitung wird ab März 2008 der 40-jährige Severin Schwan, der seit gut einem Jahr für das Diagnostikgeschäft verantwortlich ist. Die Personalie gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt.

Dass Schwan und nicht William Burns, der Chef der viel grösseren Pharmadivision an die Konzernspitze nachrücken soll, ist auch ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung der Diagnostiksparte. Und Schwan kann auch gleich sein Gesellenstück abliefern: Roche will die US-Diagnostikfirma Ventana gegen deren Willen übernehmen. Mit dem für Roche untypisch aggressiven, rund 3 Mrd. Dollar teuren Zukauf soll das Krebsmedikamente-Geschäft um eine Diagnosekomponente erweitert werden. Am Ende soll dies Medikamente ermöglichen, die speziell auf das Krankheitsbild einzelner Patienten abgestimmt sind. Der Diagnostik-Bereich, der im Halbjahr 4,56 Mrd. Franken umsetzte, hat dieses Jahr bereits drei Akquisitionen für zusammen gut 1 Mrd. Dollar durchgezogen.

Roche steigerte den Reingewinn in den ersten sechs Monaten 2007 um 29 Prozent auf 5,86 Mrd. Franken und hat damit die Analystenerwartungen einmal mehr übertroffen. Der Umsatz erhöhte sich dank des ungebrochen starken Wachstums von Krebsmedikamenten wie Mabthera oder Avastin und des Grippemittels Tamiflu in Lokalwährungen um 15 Prozent auf 22,83 Mrd. Franken, wobei die Erlöse in der Pharmadivision um 18 Prozent auf 18,27 Mrd. Franken anzogen.

Roche bestätigte seine Jahresprognose für ein zweistelliges Umsatzwachstums sowohl auf Konzernebene als auch in der Pharmasparte. Sowohl in Pharma wie in Diagnostik will das Unternehmen das Marktwachstum übertreffen. Der Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie soll stärker steigen als der Umsatz.

An der festeren Börse schnellten die Roche-Genussscheine um 4 Prozent auf 223 Franken nach oben und liessen damit den europäischen Sektorindex deutlich hinter sich.

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