Pharmakonzern Roche hält an Zielen fest – höhere Dividende in Aussicht

Der Schweizer Roche-Konzern rechnet für 2017 mit einem Umsatzanstieg. Von Januar bis September stiegen die Verkaufserlöse um fünf Prozent auf 39,4 Milliarden Franken. Auch die Dividende soll steigen.
Update: 19.10.2017 - 11:20 Uhr Kommentieren
Den Aktionären stellt der Pharmakonzern erneut mehr Dividende in Aussicht. Quelle: Reuters
Roche

Den Aktionären stellt der Pharmakonzern erneut mehr Dividende in Aussicht.

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ZürichDer Schweizer Roche-Konzern hat die aufkommende Konkurrenz durch günstigere Nachahmermedikamente vorerst parieren können. Vor allem das neue Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus sorgte in den ersten neun Monaten für einen kräftigen Wachstumsschub und trug wesentlich dazu bei, Einbußen beim wichtigen Blutkrebspräparat MabThera durch sogenannte Biosimilars wettzumachen.

Der Arzneimittelhersteller aus Basel bekräftigte am Donnerstag denn auch seine Jahresprognose. Der Umsatz soll 2017 währungsbereinigt um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen und der um Sonderfaktoren bereinigten Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie im etwa gleichen Ausmaß anziehen. Den Aktionären stellte Roche erneut mehr Dividende in Aussicht.

Von Januar bis September stiegen die Verkaufserlöse, Wechselkurseinflüsse ausgeschlossen, um fünf Prozent auf 39,4 Milliarden Franken (34,1 Milliarden Euro). Roche traf damit die Erwartungen der Analysten punktgenau. Als Wachstumsmotor erwiesen sich jüngst auf den Markt gebrachte Medikamente wie etwa die erste Krebs-Immuntherapie Tecentriq, die in den ersten neun Monaten 355 Millionen Franken Verkaufserlös beisteuerte. 500 Millionen Franken und damit deutlich mehr als von Analysten prognostiziert setzte Roche mit dem erst seit März verkauften neuen MS-Mittel Ocrevus um.

Die Gewinnbringer der Pharmabranche
Platz 10: Prevenar
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Der Impfstoff schützt vor der Infektionskrankheit Pneumokokken, einer bakteriellen Lungenentzündung, die vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen lebensbedrohlich sein kann. Dem Pharma-Riesen Pfizer bringt der Impfstoff jährlich 5,7 Milliarden Dollar ein.

Platz 9: Lantus
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Den Insulin-Stift von Sanofi nutzen weltweit Millionen Diabetiker – und bescheren dem französischen Pharmakonzern jährlich Einnahmen von mehr als sechs Milliarden Dollar.

Platz 8: Herceptin
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Unter dem Namen Herceptin vermarktete der Baseler Pharmakonzern Roche einen Antikörper, der zur Behandlung von einigen Brust- und Magenkrebsformen eingesetzt wird. Die Entwicklung der Arznei durch den Krebsforscher Dennis Slamon wurde 2008 unter dem Titel „Living Proof“ verfilmt. Bis heute hat auch Roche seine Freude an dem Medikament: Es generiert pro Jahr einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar. Damit trägt Herceptin allein mehr als zehn Prozent zum Jahresumsatz von Roche bei.

Platz 7: Avastin
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Mit Avastin hat Roche ein weiteres profitables Krebsmedikament im Portfolio: Avastin ist beispielsweise für Darm-, Lungen- oder Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Die Baseler verdienen pro Jahr 6,72 Milliarden Dollar mit dem Wirkstoff.

Platz 6: Revlimid
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Der Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Celgene ist in Europa als „Orphan Drug“ zugelassen – also als Medikament für seltene Krankheiten. Das bedeutet, dass es nur in wenigen Fällen verschrieben wird, die Therapiekosten jedoch sehr hoch sind. Das Krebsmittel bringt Celgene im Jahr knapp 7 Milliarden Dollar.

Platz 5: MabThera/Rituxan
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Das wichtigste Krebsmittel von Roche generiert jährlich 7,23 Milliarden Dollar Umsatz. Der unter den Namen MabThera und Rituxan vermarktete Wirkstoff gilt als Vorreiter der sogenannten gezielten Krebstherapie, bei der die Antikörper mittels Gentechnik hergestellt werden.

Platz 4: Remicade
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Die Ampullen der US-Pharmariesen Johnson & Johnson sowie Merck & Co. helfen gegen zahlreiche Krankheiten: In Europa ist das Medikament als Therapie etwa für die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn oder die Hautkrankheit Schuppenflechte zugelassen. Der Allrounder bringt den beiden Konzernen jährliche Einnahmen von 8,2 Milliarden Dollar.

Erste Bremsspuren zeigten sich dagegen beim größten Umsatzbringer MabThera: In Europa, wo dieses Jahr Nachahmerversionen der biotechnologisch hergestellten Arznei von Celltrion und Novartis auf den Markt gekommen sind, sanken die Verkaufserlöse um sechs Prozent. Im dritten Quartal alleine betrug das Minus sogar 16 Prozent. Und gegen Jahresende erwartet Roche-Pharmachef Daniel O'Day in Europa erste Auswirkungen durch Biosimilars des Brustkrebsmedikaments Herceptin. „Nichts davon kommt unerwartet, wir sind gut darauf vorbereitet“, versicherte der Manager.

Analysten befürchten beim weltgrößten Hersteller von Krebsmedikamenten wegen der Konkurrenz für MabThera, Herceptin und später auch das gegen verschiedene Tumorarten eingesetzte Avastin eine mehrjährige Durststrecke. Denn die drei Arzneien stehen für gut 40 Prozent des Konzernumsatzes und Experten sind skeptisch, ob Roche die drohenden Einbußen mit neuen Medikamenten und verbesserten Darreichungsformen oder Kombinationstherapien schließen kann.

An der Börse kam der Zwischenbericht nicht gut an. Die Roche-Genussscheine sanken um 0,7 Prozent und damit deutlich stärker als der europäische Gesundheitssektor. Die Auswirkungen durch Biosimilars auf MabThera seien bereits beträchtlich, erklärte Analyst David Evans vom Broker Kepler Cheuvreux.

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