Pharmakonzern
Roche hält an Zielen fest – höhere Dividende in Aussicht

Der Schweizer Roche-Konzern rechnet für 2017 mit einem Umsatzanstieg. Von Januar bis September stiegen die Verkaufserlöse um fünf Prozent auf 39,4 Milliarden Franken. Auch die Dividende soll steigen.
  • 0

ZürichDer Schweizer Roche-Konzern hat die aufkommende Konkurrenz durch günstigere Nachahmermedikamente vorerst parieren können. Vor allem das neue Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus sorgte in den ersten neun Monaten für einen kräftigen Wachstumsschub und trug wesentlich dazu bei, Einbußen beim wichtigen Blutkrebspräparat MabThera durch sogenannte Biosimilars wettzumachen.

Der Arzneimittelhersteller aus Basel bekräftigte am Donnerstag denn auch seine Jahresprognose. Der Umsatz soll 2017 währungsbereinigt um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen und der um Sonderfaktoren bereinigten Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie im etwa gleichen Ausmaß anziehen. Den Aktionären stellte Roche erneut mehr Dividende in Aussicht.

Von Januar bis September stiegen die Verkaufserlöse, Wechselkurseinflüsse ausgeschlossen, um fünf Prozent auf 39,4 Milliarden Franken (34,1 Milliarden Euro). Roche traf damit die Erwartungen der Analysten punktgenau. Als Wachstumsmotor erwiesen sich jüngst auf den Markt gebrachte Medikamente wie etwa die erste Krebs-Immuntherapie Tecentriq, die in den ersten neun Monaten 355 Millionen Franken Verkaufserlös beisteuerte. 500 Millionen Franken und damit deutlich mehr als von Analysten prognostiziert setzte Roche mit dem erst seit März verkauften neuen MS-Mittel Ocrevus um.

Erste Bremsspuren zeigten sich dagegen beim größten Umsatzbringer MabThera: In Europa, wo dieses Jahr Nachahmerversionen der biotechnologisch hergestellten Arznei von Celltrion und Novartis auf den Markt gekommen sind, sanken die Verkaufserlöse um sechs Prozent. Im dritten Quartal alleine betrug das Minus sogar 16 Prozent. Und gegen Jahresende erwartet Roche-Pharmachef Daniel O'Day in Europa erste Auswirkungen durch Biosimilars des Brustkrebsmedikaments Herceptin. „Nichts davon kommt unerwartet, wir sind gut darauf vorbereitet“, versicherte der Manager.

Analysten befürchten beim weltgrößten Hersteller von Krebsmedikamenten wegen der Konkurrenz für MabThera, Herceptin und später auch das gegen verschiedene Tumorarten eingesetzte Avastin eine mehrjährige Durststrecke. Denn die drei Arzneien stehen für gut 40 Prozent des Konzernumsatzes und Experten sind skeptisch, ob Roche die drohenden Einbußen mit neuen Medikamenten und verbesserten Darreichungsformen oder Kombinationstherapien schließen kann.

An der Börse kam der Zwischenbericht nicht gut an. Die Roche-Genussscheine sanken um 0,7 Prozent und damit deutlich stärker als der europäische Gesundheitssektor. Die Auswirkungen durch Biosimilars auf MabThera seien bereits beträchtlich, erklärte Analyst David Evans vom Broker Kepler Cheuvreux.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pharmakonzern: Roche hält an Zielen fest – höhere Dividende in Aussicht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%