Pharmakonzern

Roche trotzt der Franken-Stärke

Der starke Franken hat zahlreiche Schweizer Unternehmen hart getroffen. Roche hingegen schlägt sich wacker gegen die währungsbedingte Belastung. Möglich machen das die anziehenden Verkäufe von Krebsmitteln.
Update: 23.07.2015 - 10:25 Uhr Kommentieren
Das Pharmaunternehmen gehört zu den wenigen Schweizer Konzernen, das sich gegen die Franken-Stärke behaupten kann. Quelle: Reuters
Roche-Konzernzentrale

Das Pharmaunternehmen gehört zu den wenigen Schweizer Konzernen, das sich gegen die Franken-Stärke behaupten kann.

(Foto: Reuters)

BaselMit kräftig anziehenden Verkäufen von Krebsmedikamenten hat sich Roche im ersten Halbjahr gegen den starken Franken gestemmt. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 23,6 Milliarden Franken (22,5 Milliarden Euro), wie der Schweizer Arzneimittelhersteller am Donnerstag mitteilte. Deutlichere Zuwächse zehrte die Franken-Aufwertung gegenüber dem Dollar, Yen und anderen Währungen auf - ohne diese Einflüsse kletterten die Verkaufserlöse um sechs Prozent. „Basierend auf den starken Ergebnissen der ersten Jahreshälfte bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für das Gesamtjahr 2015 erreichen werden“, erklärte Vorstandschef Severin Schwan. Seinen Aktionären stellte er eine erneut höhere Dividende in Aussicht.

Der Baseler Pharmariese peilt im Gesamtjahr währungsbereinigt ein Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll stärker als der Umsatz zulegen. Nach sechs Monaten betrug er 7,22 Franken - ein Anstieg um zwei Prozent. Unter dem Strich stand mit 5,2 Milliarden Franken aber sieben Prozent weniger Gewinn als ein Jahr zuvor. Neben der belastenden Franken-Stärke fehlte im Vergleich zum Vorjahr auch der Gewinn aus der Veräußerung eines Medikaments. Die Anleger griffen dennoch zu: Die Roche-Titel zogen an der Börse 1,4 Prozent an.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten - der mehr als Dreiviertel des Konzernumsatzes ausmacht - stieg wechselkursbereinigt um fünf Prozent auf 18,350 Milliarden Franken. Vor allem die jüngst auf den Markt gebrachten Brustkrebsmedikamente legten kräftig zu: Die Umsätze mit Perjeta und Kadcyla stiegen um 72 und 65 Prozent. Doch auch die Blockbuster MabThera, Avastin und Herceptin mit jeweils mehr als drei Milliarden Franken Umsatz verzeichneten zum Teil prozentual zweistellige Umsatzzuwächse zu. Mit Konkurrenz für Herceptin und MabThera durch günstigere Nachahmermedikamente – sogenannte Biosimilars – rechnet Roche-Chef Schwan in Europa erst gegen Ende 2017 und noch später in den USA.

Das Lungenmedikament Esbriet, das im November in den USA auf den Markt kam, entwickelt sich besser als erwartet. Es trug 229 Millionen Franken zum Konzernumsatz bei. Die Arznei zur Behandlung von Lungenfibrose stammt von der im August für 8,3 Milliarden Dollar übernommenen Firma InterMune. Die wesentlich kleinere Diagnostik-Sparte wuchs um sieben Prozent.

Gut im Rennen sieht sich Roche auf dem Zukunftsgebiet immuntherapeutische Krebsmedikamente und plant einen ersten Zulassungsantrag. Der am weitesten fortgeschrittene Wirkstoff Atezolizumab soll gegen Blasenkrebs eingesetzt werden, wie Schwan sagte. Vor einer Entscheidung über einen Zulassungsantrag auch zur Behandlung von Lungenkrebs will der Manager die Ergebnisse einer laufenden klinischen Studie abwarten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Präparat als Therapiedurchbruch (Breakthrough Therapy) für diese beiden Krebsarten eingestuft. Der Konzern forscht Schwan zufolge in mehr als 40 klinischen Programmen an immuntherapeutischen Wirkstoffen und schichtet in der Forschung Ressourcen in den vielversprechenden Therapieansatz um.

  • rtr
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