Pharmakonzern Sanofi will beim Gewinn wieder zulegen

Der Pharmakonzern Sanofi meldet einen Gewinnrückgang. 2018 sollen Zukäufe wieder für Wachstum bei den Franzosen sorgen.
Kommentieren
„Nach einer Phase erheblicher Neugestaltung seit 2015 sind wir in der Lage, das Wachstum im Jahr 2018 voranzutreiben“ Quelle: AFP
Sanofi-Chef Olivier Brandicourt

„Nach einer Phase erheblicher Neugestaltung seit 2015 sind wir in der Lage, das Wachstum im Jahr 2018 voranzutreiben“

(Foto: AFP)

Paris/FrankfurtDer französische Pharmakonzern Sanofi erhofft sich von den jüngsten Milliardenübernahmen 2018 Rückenwind für den Gewinn. Zum erwarteten Anstieg soll auch die Überarbeitung der Pipeline an neuen Medikamenten beitragen, zudem profitiere Sanofi von der US-Steuerreform, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

„Nach einer Phase erheblicher Neugestaltung seit 2015 sind wir in der Lage, das Wachstum im Jahr 2018 voranzutreiben“, erklärte Vorstandschef Olivier Brandicourt. Zu kämpfen haben die Franzosen dagegen mit Problemen bei einem Impfstoff gegen Denguefieber, dem mehrere Todesfälle auf den Philippinen zugeschrieben werden, sowie mit Schwächen im wichtigen Diabetes-Geschäft.

Im vierten Quartal fiel der Nettogewinn von Sanofi um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz gab um zwei Prozent auf 8,7 Milliarden Euro nach. Alleine im Schlussquartal brach der Umsatz im Geschäft mit Medikamenten gegen Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen um fast ein Fünftel ein. Insgesamt setzten die Franzosen 2017 gut 35 Milliarden Euro um, ein Plus von 3,6 Prozent. Der Nettogewinn schrumpfte um fast fünf Prozent auf knapp 6,7 Milliarden Euro.

Für 2018 stellte Sanofi einen Anstieg des Gewinns je Aktie zu konstanten Wechselkursen um zwei bis fünf Prozent in Aussicht, nachdem dieser 2017 noch um 0,4 Prozent gefallen war. Einige Analysten hatten sich aber mehr erhofft, Sanofi-Aktien fielen zeitweilig auf den tiefsten Stand seit Juni 2016.

Sanofi hatte Ende Januar die Übernahme der US-Biotechfirma Bioverativ für 11,6 Milliarden Dollar sowie des belgischen Biotechunternehmens Ablynx für 3,9 Milliarden Euro bekanntgegeben. Mit beiden Zukäufen wollen die Franzosen ihre Stellung bei Blutkrankheiten stärken. Investoren hatten von Vorstandschef Brandicourt bereits seit längerem eine größere Übernahme erwartet, einige hatten sich aber kritisch zum Preis der beiden Zukäufe geäußert.

Im vierten Quartal musste Sanofi eine Belastung über 87 Millionen Euro im Zusammenhang mit seinem Impfstoff Dengvaxia gegen Denguefieber verbuchen. Sanofi hatte im November eingestehen müssen, dass das Mittel die Krankheit in einigen Fällen sogar verschlimmern könnte.

Auf den Philippinen, wo Hunderttausende Kinder in einer breit angelegten Impfkampagne mit Dengvaxia geimpft wurden, wurde das Mittel verboten. Dort werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei Todesfälle mit dem Impfstoff in Verbindung gebracht. Am Montag reichte eine philippinische Regierungsbehörde Klage gegen den Pharmakonzern ein und forderte Schadenersatz für die Eltern eines zehnjährigen Mädchens, das wegen der Impfung gestorben sein soll.

Das sind die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 10: Gilead Sciences
1 von 10

Der US-Biotechkonzern beschäftigt etwa 8.000 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Kalifornien. Bekannt wurde es vor allem durch seine „1000-Dollar-Pille“ Sovaldi, ein wirksames, aber sehr teures Mittel gegen Hepatitis C. Umsatz 2017: 28,5 Milliarden Dollar.

(Quelle: Unternehmensangaben; Financial Times; Thomson Reuters)

Platz 8: Glaxo-Smithkline
2 von 10

Die Briten sind stark im Impfgeschäft und haben Mittel gegen Depressionen und Atemwegserkrankungen im Portfolio. Der Konzern – dessen Sitz in London ist – kam 2017 auf einen Umsatz von etwa 40 Milliarden Dollar.

Platz 8: Merck & Co.
3 von 10

Ebenfalls auf dem achten Platz finden sich die Amerikaner ein, die stark im Impfgeschäft und in der Frauengesundheit sind. Zusätzlich vermarkten sie auch Medikamente für Tiere. Pharmaumsatz 2017: 40 Milliarden Dollar.

Platz 7: Sinopharm
4 von 10

Auch das chinesische Unternehmen Sinopharm (Beispielbild) hat es in die Top10 geschafft. Im Jahr 2017 konnte es insgesamt etwa 41,3 Milliarden Dollar umsetzen.

Platz 6: Bayer
5 von 10

Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 5: Sanofi
6 von 10

Die Franzosen haben eine starke Basis in Deutschland und kommen auf einen Pharmaumsatz von 43,3 Milliarden Dollar. Die wichtigsten Medikamente sind das Diabetesmittel Lantus und das Herz-Kreislaufmittel Plavix. Bekannter dürfte das Schlafmittel Stilnox sein.

Platz 4: Novartis
7 von 10

Die Schweizer sind seit dem Jahr 2014 von dem ersten Platz auf den vierten Platz abgerutscht. Rund 49,2 Milliarden Dollar konnten sie im Jahr 2017 umsetzen. Novartis ist stark bei Krebsmitteln. Bekannte Marken sind das Schmerzmittel Voltaren und das Leukämiemittel Glivec.

„Die Dengvaxia-Frage ist natürlich sehr besorgniserregend. Aber wir haben bislang in anderen Ländern keine Reaktion gesehen, die der auf den Philippinen ähnlich ist“, sagte Sanofi-Chef Brandicourt. Dengvaxia ist in fast 20 Ländern zugelassen. Der Impfstoff wird derzeit von den europäischen Gesundheitsbehörden überprüft.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Pharmakonzern - Sanofi will beim Gewinn wieder zulegen

0 Kommentare zu "Pharmakonzern: Sanofi will beim Gewinn wieder zulegen "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%