Pharmakonzern sucht weiterhin Partner im Dermatologie-Geschäft: Neue Schering-Tochter Intendis will Marktanteil ausbauen

Pharmakonzern sucht weiterhin Partner im Dermatologie-Geschäft
Neue Schering-Tochter Intendis will Marktanteil ausbauen

Mit ehrgeizigen Zielen ist die neu formierte Dermatologie-Tochter des Pharmakonzerns Schering an den Start gegangen. Das Unternehmen mit dem Namen Intendis strebt für die kommenden Jahre ein Umsatzwachstum von durchschnittlich acht Prozent pro Jahr an und will, ebenso wie die Schering AG, bis 2006 eine operative Rendite von 18 Prozent erreichen.

shf BERLIN.Diese Pläne nannte Firmenchef Wolfgang Kehr gestern bei einer ersten Präsentation des neuen Unternehmens.

In der Intendis GmbH hat Schering zum Jahresende ihr Geschäft mit Medikamenten gegen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Ekzeme oder Schuppenflechte, zusammengefasst. Intendis erzielte 2004 mit 600 Mitarbeitern einen Pro-Forma-Umsatz von rund 200 Mill. Euro. Für 2005 wird trotz Belastungen aufgrund der Ausgliederung ein Gewinn in einstelliger Millionenhöhe erwartet.

Kehr bekräftigte gestern die Absicht des Unternehmens, einen „strategischen Partner“ zu suchen, um in den wichtigsten Märkten eine kritische Masse aufzubauen. Ziel sei es, innerhalb der nächsten fünf Jahre unter die zehn führenden Dermatologie-Firmen aufzurücken. Bereits im vergangenen Jahr hatte Schering-Chef Hubertus Erlen angedeutet, dass man im Zuge dieser Strategie auf eine Mehrheitsbeteiligung bei Intendis zu verzichten. Der Berliner Konzern setzt darauf, dass auch andere Pharmakonzerne nach Möglichkeiten suchen, ihre Dermatologie-Sparten in größere Einheiten einzubringen. Den Weltmarkt für Hautmedikamente wird auf etwa zehn Mrd. Euro geschätzt und wächst laut IMS derzeit um etwa vier Prozent pro Jahr.

Für Schering ist die Ausgliederung von Indendis Teil einer größeren Neuordnung. Im Zuge der so genannten Focus-Initiative will der Konzern seine Rendite erhöhen und das Geschäft auf die Kernbereiche Diagnostika, Hormonprodukte, Krebs- und Spezialmedikamente konzentrieren. Andere Forschungsgebiete wie die Herz-Kreislauf-Forschung wurden inzwischen aufgegeben, wobei man erfolgversprechende Entwicklungsprojekte möglichst durch Lizenzverträge mit anderen Pharmafirmen verwertet. So wurde jetzt eine Gruppe von Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Thrombosen und Vorbeugung gegen Herzinfarkt an den US-Konzern Pfizer verkauft. Die Rechte an dem Wirkstoff PTK 787 zur Behandlung von Augenleiden erwarb vor wenigen Tagen die Baseler Novartis.

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