Pharmakonzerne sollen Preise in die Höhe getrieben haben
US-Justiz klagt Merck und Boehringer an

Mindestens zwei große deutsche Pharmaunternehmen sehen sich mit Schadenersatzklagen aus den USA konfrontiert. Dabei geht es um überhöhte Preise.

HB FRANKFURT. In der Nacht zum Freitag hat der Generalstaatsanwalt des Bundestaates Kalifornien ein Verfahren aus dem Jahr 1998 erweitert und Klage gegen mehr als drei Dutzend in- und ausländische Pharmakonzerne eingereicht. Ihnen wird vorgeworfen, überhöhte Preise für Medikamente verlangt und damit das staatliche Medikamentenprogramm Medi-Cal künstlich verteuert zu haben. In den Verträgen mit dem staatlichen Gesundheitsträger Medicaire sind Unternehmen verpflichtet, dem Gesundheitsträger den günstigsten Preis, den sie am Markt machen, anzubieten.

Die Klage richtet sich unter anderem gegen Novartis, Glaxo Smith Kline, Bristol-Myers Squibb und Schering-Plough. Auf deutscher Seite sind den Angaben zufolge unter anderem die Merck KGaA aus Darmstadt sowie Boehringer Ingelheim betroffen. Ein Sprecher der Merck KGaA bestätigte dies am Montag: „Es ist korrekt, dass wir auf der Liste stehen.“ Zum laufenden Verfahren könne das Unternehmen jedoch nichts Näheres sagen. Betroffen sei Merck aber nicht direkt, sondern über die US-Generikatochter Dey.

Das US-Unternehmen war in den zurückliegenden Jahren bereits mehrfach wegen angeblich überhöhter Preise in das Visier des US-Justizministeriums geraten. 2003 hatte Dey in Texas im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs 18,5 Millionen Dollar gezahlt. Mit deutlich geringeren Summen habe Dey sich darüber hinaus in drei weitere Verfahren verglichen, darunter einem in Westvirgina, erläuterte der Merck-Sprecher.

Auch eine Sprecherin von Boehringer Ingelheim, bestätigte am Montag, dass eine US-Tochter von dem Verfahren betroffen sei. Sie machte jedoch keine weiteren Angaben.

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