Pharmariese mit mehr Gewinn Roche hebt Dividende an – und bremst Optimismus

Roche-Aktionäre sollen erneut eine höhere Dividende erhalten. Der Schweizer Pharmariese reagiert damit auf einen starken Anstieg des Gewinns im vergangenen Jahr. Gerüchte über eine Abspaltung weist der Konzern zurück.
Update: 01.02.2017 - 09:35 Uhr Kommentieren
Im vergangenen Jahr erzielte der Pharmakonzern einen Reingewinn von umgerechnet 9,1 Milliarden Euro. Quelle: Reuters
Arzneimittel von Roche

Im vergangenen Jahr erzielte der Pharmakonzern einen Reingewinn von umgerechnet 9,1 Milliarden Euro.

(Foto: Reuters)

BaselDer Schweizer Pharmakonzern Roche hat nach einem kräftigen Gewinnplus im vergangenen Jahr nun die Dividende angehoben. Die Gewinnaussichten 2017 schätzt der Arzneimittelhersteller aus Basel allerdings weniger optimistisch ein als in den vergangenen Jahren. Investitionen in Marktstart von neuen Medikamenten werden das Ergebnis schmälern, wie Konzernchef Severin Schwan am Mittwoch sagte. Zudem werde Roche in Europa auch die Generika-Konkurrenz für wichtige Umsatzbringer zu spüren bekommen. „Wir werden die Auswirkung von Biosimilars in Europa auf erste Produkte sehen.“

Neue Produkte dürften den erwartet Umsatzausfall zwar kompensieren können, doch die Kosten für deren Marktstart seien überproportional hoch. Die Aktie trat im frühen Handel auf der Stelle und entwickelte damit etwas schlechter als der Gesamtmarkt.

Gut 40 Prozent der Roche-Verkaufserlöse gehen auf das Konto der drei Krebsmittel MabThera, Avastin und Herceptin. Allen drei Biotech-Arzneien drohen ab diesem Jahr Umsatzeinbußen, weil nach dem Auslaufen des Patentschutzes günstigere Nachahmerprodukte - sogenannte Biosimilars - auf den Markt kommen dürften.

Roche will dieses Jahr die Verkaufserlöse um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag steigern. Der bereinigte Gewinn je Titel soll 2017 in etwa wie der Umsatz anziehen. Die Eidgenossen sind damit weniger zuversichtlich: In den vergangenen Jahren war der Gewinn wie angepeilt jeweils noch stärker angezogen als der Umsatz. Die Vorgaben gelten unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen. Den Aktionären stellt Roche erneut eine höhere Dividende in Aussicht. Dieses Jahr sollen sie 8,20 Franken je Genussschein und Inhaberaktie erhalten und damit 0,10 Franken mehr.

Unter dem Strich verdiente Roche vergangenes Jahr mit 9,7 Milliarden Franken (9,1 Milliarden Euro) Reingewinn sieben Prozent mehr. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 50,6 Milliarden Franken. Wachstumstreiber war erneut die starke Nachfrage nach den Krebsmedikamenten des Weltmarktführers in diesem Therapiegebiet.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Rivale Novartis hatte seine Aktionäre in der Vorwoche nach einem Gewinnrückgang auf das kommende Jahr vertröstet. Eine Rückkehr zu Wachstum erwartet Novartis-Chef Joseph Jimenez erst gegen Jahresende, 2018 dürften dann neue Medikamente substanzielle Umsatz- und Gewinnbeiträge liefern.

Am Diabetes-Geschäft hält Roche laut Konzernchef Schwan fest. „Das ist wirklich Teil unseres Diagnostik-Geschäfts.“ Die Rahmenbedingungen seien schwierig, der Konzern sei aber als Marktführer gut positioniert. Der Roche-Chef wies damit einen Medienbericht über eine mögliche Trennung des Geschäfts zurück. Das vor allem für seine Krebsmedikamente bekannte Unternehmen ist der weltgrößte Anbieter von Diagnosegeräten und medizinischen Tests sowie Marktführer in der Blutzuckermessung. Die wegen Preissenkungen in den USA schwache Entwicklung der vergangenen Jahre hatte wiederholt Spekulationen geschürt, Roche könnte dem Beispiel von Bayer folgen und sein Diabetes-Geschäft verkaufen.

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