Pharmaskandal
Tegenero räumt Auffälligkeiten bei Tieren ein

Nach dem dramatischen Ausgang des Medikamententests an einem Londoner Krankenhaus hatte die deutsche Pharmafirma Tegenero noch abgestritten, dass es in vorherigen Tierversuchen zu Komplikationen gekommen sei. Das hört sich nun ganz anders an.

HB LONDON. Das Würzburger Pharmaunternehmen Tegenero bestätigte am Montag, dass bei 2 von 20 Versuchsaffen eine deutliche Schwellung der Lymphknoten festgestellt wurde. Die Symptome seien jedoch völlig anders gewesen als vor einer Woche bei der ersten klinischen Erprobung der Substanz an Menschen. Dabei waren sechs Männer schwer erkrankt. Zwei davon sind immer noch in Lebensgefahr.

Die Teilnehmer des Tests mit der Substanz TGN1412 sind nach Unternehmensangaben auf die Lymphknotenschwellung der Affen hingewiesen worden. Die Angehörigen der Opfer hatten bereits kurz nach dem Unglück über fehlgeschlagene Tierversuche gesprochen ohne jedoch Details nennen zu können. Tegenero selbst stritt zu dem Zeitpunkt alles ab: Forschungschef Thomas Hanke hatte am Donnerstagabend vor dem Krankenhaus im Nordwesten Londons gesagt, dass das Medikament TGN 1412 an Hasen und Affen getestet worden sei. Dabei habe es keine Vorfälle gegeben, die auf das Medikament zurückzuführen seien.

Die Risiken des in London getesteten Medikaments waren nach Informationen der „Rheinischen Post“ unter Experten nicht ganz unbekannt. Schon im Jahr 2002 habe eine wissenschaftliche Studie gewarnt, dass bei Eingriffen in das Immunsystem, wie sie das Test-Medikament bewirkt, auch das körpereigene Gewebe angegriffen werden könne, berichtete die Zeitung am Samstag.

Nach Informationen von Handelsblatt.com gab es auch bei der Erprobung anderer Multiple-Sklerose-Präparate aus derselben Stoffklasse schwer wiegende Komplikationen bis hin zumTod. Allerdings haben die Fälle so gut wie nichts gemeinsam (siehe  Die Rätsel von TGN 1412).

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