Philips und Siemens
Europäsche Unternehmen rücken auf US-Medizintechnikmarkt vor

Der US-amerikanische Medizintechnikmarkt hat offensichtlich für europäische Unternehmen eine große Anziehungskraft. Gegenwärtig schauen sich gleich zwei Unternehmen - Philips und Siemens - intensiv in den USA um.

HB AMSTERDAM/NEW YORK. Der niederländische Elektronikkonzern Philips will mit einer weiteren Investition von rund einer Milliarde Euro will seine Kompetenz in der Medizintechnik verstärken. Für diese Summe kauft der Konzern nach Angaben vom Donnerstag das US-Unternehmen Intermagnetics. Die Firma ist spezialisiert auf Geräte zur strahlungsfreien „Durchleuchtung“ von Körperteilen wie dem Gehirn.

Das Unternehmen in Latham (Bundesstaat New York) beschäftigt 1150 Mitarbeiter und hat in seinem Ende Februar abgeschlossenen Geschäftsjahr nach Angaben von Philips einen Umsatz von 304 Mill. Dollar (242 Mill. Euro) gemacht. Die Übernahme ist noch nicht abgeschlossen und soll sich erst 2007 in den Büchern von Philips niederschlagen. Der niederländische Konzern hat in diesem Jahr bereits zwei andere US-Spezialisten der Medizintechnik für insgesamt rund 730 Mill. Euro gekauft.

Auch die Siemens AG wird ihr Engagement im Bereich Medizintechnik in den USA ausweiten. Das sagte Tom Miller, der ab dem 1. Juli dem vierköpfigen Führungsteam von Siemens Medical angehören wird, im Interview mit Dow Jones Newswires. Der Aufbau des Medizintechnikgeschäfts in den USA erlaube es dem Münchener Konzern, seine Medizintechnologie in den Rest der Welt zu exportieren, sagte Miller. Eine starke Marktposition in den USA resultiere zumeist in einer starken Position in anderen Märkten.

Darüber hinaus sei das US-Gesundheitssystem so innovativ, das Siemens daran teilhaben müsse. In den vergangenen fünf Jahren war Siemens stets unter den Top Ten der Patentantragssteller in den USA zu finden.

Miller wollte sich indes nicht dazu äußern, ob Siemens an Medizintechnik- Aktivitäten von Tyco interessiert ist. Die Tyco International Ltd will sich im Rahmen ihrer Aufspaltung zum Jahresende von der Medizintechnik trennen.

Die Medizintechnik-Sparte von Siemens stellt unter anderem bildgebende Diagnostiksysteme, beispielsweise Kernspintomographen, und Hörhilfen her und bietet medizinisch-relevante IT-Lösungen an. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wies Siemens Medical bei einem Umsatz von 2,05 Mrd. Euro einen Gewinn von 258 Mill. Euro aus.

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