Photokina
Sony greift die Oberklasse an

Heute startet die Photokina in Köln - und das hat auch Auswirkungen bis nach Tokio. Dort läutet der Elektronik-Riese Sony heute einen Strategiewechsel ein. Digitalkameras sollen den angeschlagenen Konzern retten.
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TokioFast wäre Yoshiyuki Nogami die Überraschung zu 100 Prozent gelungen, eine Leica-ähnliche Digitalkamera mit großem Voll-Format-Sensor ohne vorheriges Leck vorzustellen. Doch auch so freut sich der Marketing-Geschäftsführer von Sonys Kamera-Abteilung. „Die ersten Fotos der DSC RX-1 leckten erst zwei Tage vor unserer Vorstellung vorige Woche durch“, sagt er Tokio. Dennoch sei das Echo auf die Kamera groß gewesen, die gemeinsam mit der Spiegelreflex-ähnlichen Alpha SLT-A99 und der Vollformat-Videokamera NEX-ZG900 vorgestellt wurde.

Nicht einmal Kamera-Experten hatten mit einem derartigen Vorstoß Sonys gerechnet. Man sei schon über Sonys erste Kompaktkamera für ambitionierte Fotografen, die RX100, überrascht gewesen, urteilten selbst die kritischen Bewerter von dpreview.com, der führenden Kamera-Review-Seite im Internet. „Aber das ist nichts verglichen mit unserer Überraschung, als wir erstmals von der RX1 erfuhren.“ Mit ihrem fest installierten 35-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv sei die „ernstzunehmendeste Kompaktkamera, die wir jemals gesehen haben.“

Sonys Attacke auf das Spitzensegment ist kein Zufallsprodukt, sondern ein unter Geheimhaltung geplanter Meilenstein. Das Unternehmen ist zwar der unbestrittene Weltmarktführer bei Bildsensoren und gehört bei Kompaktknipsen und im mittleren Preissegment von Kameras mit Wechselobjektiven seit Jahren zu den Weltmarktführern. Das obere Segment wird allerdings von Canon, Nikon und Leica abgeschöpft.
Mit dem rund 3000 Euro teuren Highend-Modell will das Unternehmen nun den Fotografen nicht von ungefähr zeigen, dass er auch das Zeug für Edelknipsen hat. Denn auch bei Sony hat die Kameraabteilung begriffen, dass gute Bewertungen von Spitzenfotografen auf den Verkauf der Kompakt- und Mittelklasse ausstrahlen.
Und der Erfolg der Kamera-Abteilung ist für Sony wichtiger denn je, seit der neue Konzernchef Kazuo Hirai die Imaging-Sparte in seinem radikalen Sanierungsplan zu einem der drei rettenden Pfeiler des kriselnden Unternehmens gekürt hat. Bis 2014 soll die Sparte mit umgerechnet 15 Milliarden Euro ein Viertel des Umsatzes der Elektroniksparte erwirtschaften.

Kommentare zu " Photokina: Sony greift die Oberklasse an"

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  • "Leica M Fotografen sind also demnach Knipser?"
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    Zumindest hat die Leica M im professionellen Sektor keinerlei Bedeutung. Die M ist langsam, hoffnungslos veraltet, hat keinen besonders guten Sensor, keinen AF, ist nicht High ASA tauglich, der Sucher zeigt maximal den Bereich für 28 mm (kürzer heißt Zusatzsucher! Im 21. Jahrhundert!) und ist im Grunde nicht teletauglich, kurzum, für den professionellen resp. produktiven Einsatz völlig untauglich. Ich wollte damit nicht arbeiten.
    Ähnliches gilt übrigens auch für die S2, deren mageres und völlig überteuertes Gesamtsystem gegenüber den Wettbewerbern Hasselblad und Phase One/Mamiya keinen Stich bekommt.
    M.E. ist Leica eher ein Spielzeug für reiche Amateure. Die wenigsten Profis geben sich damit ab...

  • Leica M Fotografen sind also demnach Knipser?

  • vollkommen richtig,hab ne A700 Spiegelreflex mit Magnesium Aluminum gehäuse und selbst die ist noch kein High end Profikamera.Hat aber auch schon 800 euro ohne Objektiv gekostet.Die Bilder haben aber auf jedenfall ne ganz andere Tiefe als das zeug vom Handys oder casio Kinderfotoapparate..

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