Photovoltaic-Messe
Solarbranche auf der Suche nach neuen Absatzmärkten

In diesen Tagen kommt die Solarbranche in Frankfurt zusammen. Deutschland ist zwar noch der wichtigste Markt für die Sonnenkollektoren. Doch allein der Heimatmarkt reicht den heimischen Firmen längst nicht mehr aus.
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Düsseldorf Normalerweise sind sinkende Preise etwas positives, der Kerngedanke des Kapitalismus. Durch Wettbewerb werden diejenigen Marktteilnehmer verdrängt, die nicht mithalten können, und so bleiben am Ende nur noch die besten, billigsten, stärksten übrig.

Wenn es aber die eigene Branche betrifft, redet man plötzlich von "Preisverfall", der auf die Umsätze drücke, wie etwa das Hamburger Solarunternehmen Conergy. So als seien sinkende Preise eine Krankheit, für die man keine Schuld trägt, die aber dennoch der Gesundheit des Unternehmens schadet.

In den vergangenen fünf Jahren sind die Preise für Solaranlagen um rund 50 Prozent gefallen, berichtet die European Photovoltaic Industry Association (EPIA).

Der Euphorie in den Anfängen der Solarbranche ist längst Ernüchterung gewichen. Q-Cells, Solon, Sovello, Solarhybrid, Solar Millenium und zuletzt der auf die Solarindustrie spezialisierte Maschinenbauer Centrotherm mussten bereits Insolvenz anmelden. 

Die Investoren sind schon lange zurückhaltender geworden. Selbst die Papiere des Vorzeigeunternehmens der Branche, Wechselrichter-Hersteller SMA Solar aus dem kleinen Ort Niestetal in Nordhessen, verloren allein in diesem Jahr bis zu 61 Prozent an Wert. Aktuell liegen sie bei rund 28 Euro. Vor nicht allzu langer Zeit rissen sich Anleger noch um die Aktien des Unternehmens, Anfang Januar 2010 kosteten sie mehr als 100 Euro pro Stück.

Bei den anderen Unternehmen in der Branche sieht es nicht besser aus: Die Papiere des deutschen Modul-Marktführers Solarworld waren im März noch knapp sechs Euro wert, nun bewegen sich die Preise um 1,33 Euro. Konkurrent Sunways ist derweil zum Penny-Stock mutiert. Im August vor zwei Jahren waren sie zum 3-Jahres-Hoch noch mehr als sechs Euro wert, Anfang des Monats war eine Aktie des Unternehmens schon für 55 Cent zu haben.

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  • Zitat: "Die Einstrahlungsdichte der Sonne ist auf diesem Planeten zu gering als das Solarzellen mit modernen fossilen, oder nuklearen Kraftwerken in Wettbewerb treten können"

    Welchen Wettbewerb meinen Sie? Da es fossile und nukleare Kraftwerke bald nicht mehr geben wird, wäre ein Wettbewerb auch etwas öde.

    Die kommenden Generationen werden nur noch den Kopf schütteln über uns, die wir wertvolle Rohstoffe durch den Schornstein in die Atmosphäre gejagt haben und Müll für die nächsten 40.000 Genarationen hinterlassen haben, nur um ein Jahrhundert lang billig Energie zu erzeugen.

  • Die Zeiten von extrem billigen, druckbaren Solarzellen konnte unsere Firmen einpacken.

    Entwicklung verschlafen.

  • Die Einstrahlungsdichte der Sonne ist auf diesem Planeten zu gering als das Solarzellen mit modernen fossilen, oder nuklearen Kraftwerken in Wettbewerb treten können.

    In Ländern mit wechselhaften Wetter erfolgt die Solarstromeinspeisung entsprechend den Launen des Wetters und ist in einem bedarfsgesteuertem Netz wertlos. Selbst in den arabischen Ländern ist Solarstrom wie ich vor ein paar Jahren lernte ziemlich wertlos. Dort liegt das Maximum des Stromverbrauchs am frühen Abend wenn die Klimaanlagen noch voll laufen, die Betriebe noch arbeiten, allerdings keine Sonne mehr scheint. Auch dort müsste die gesamte Kapazität durch Schattenkraftwerke abgedeckt werden. Erdgas als Brennstoff ist wiederum in diesen Ländern extrem günstig.

    Somit ergeben sich die Märkte für Solarzellen aus den Subventionssystemen zahlreicher Länder. Hinzu kommen CDM Zertifikate mit denen man in manchen Ländern seine "Klimasünden" kompensiert und die dann zur Installation von Solarzellen in China und Indien genutzt werden.

    Neben dem launischen Markt der Subventionssysteme gibt es Nischenanwendungen wie Ampeln in der Saudischen Wüste (Solarzelle plus Batterie) wo sich ein Anschluss an das Stromnetz nicht rechnet. Meines Erachtens wäre es für ein Solarunternehmen am nicht dumm derartige, vermutlich profitable Nischen zu besetzen.

    Vandale

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