Piech angeblich nicht informiert
Hartz veranlasste Zahlungen an Betriebsrat eigenmächtig

Ex-VW-Personalvorstand Peter Hartz hat Sonderzahlungen an den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert einem Magazinbericht zufolge eigenmächtig veranlasst.

HB HAMBURG. Er habe den damaligen Vorstandschef Ferdinand Piech zu keinem Zeitpunkt über die Sonderbonuszahlungen informiert, zitierte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Samstag aus Hartz' Vernehmungen bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Eingeweiht gewesen sei nur ein Mitarbeiter, der die Zahlungen anweisen musste. Auch der jetzige VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder habe nichts von den Aktionen gewusst, schreibt das Magazin. Die Staatsanwaltschaft lehnte ebenso wie eine VW-Sprecherin einen Kommentar ab. Stellungnahmen von Hartz sowie von Volkert waren nicht zu erhalten.

Hartz hatte zu Wochenanfang bei der Staatsanwaltschaft die Zahlung von Sonderboni an Volkert gestanden. Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde sagte, nach Hartz' Angaben sei „viel Geld geflossen“, die Summe liege in Höhe eines siebenstelligen Betrags. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, daher könnten die Zahlungen noch nicht beziffert werden. Laut „Spiegel“ soll Volkert neben seinem Gehalt und Bonuszahlungen zwischen 1995 und 2005 Sonderboni von durchschnittlich 200.000 Euro im Jahr erhalten haben. Dadurch hätten sich seine jährlichen Gesamteinkünfte auf rund eine halbe Million erhöht, berichtete das Magazin ohne Quellenangabe. Das Magazin „Focus“ berichtete vorab von jährlichen Sonderzahlungen zwischen 200.000 und 300.000 Euro an Hartz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hartz wegen Untreue und Begünstigung. Bis zum Jahresende wollen die Ermittler entscheiden, ob das Verfahren gegen den Ex-Manager und Namensgeber für die umstrittene Arbeitsmarktreform abgetrennt und Anklage erhoben wird.

Volkert war nach dem Bekanntwerden der Affäre um Korruption, Lustreisen und Bordellbesuche bei VW vor mehr als einem Jahr als Betriebsratschef zurückgetreten und hatte den Konzern verlassen. Kurze Zeit später übernahm Hartz die Verantwortung für die Vorgänge in seinem Ressort. In der seit Sommer 2005 schwelenden VW-Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft noch gegen 13 Verdächtige, darunter neben Hartz und Volkert auch gegen weitere ehemalige Manager.

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