Piech will bis 2007 bleiben
VW bot Porsche Aktien aus Kapitalerhöhung an

Europas größter Autobauer VW hat seinem neuen Großaktionär Porsche nach einem Magazinbericht weitere VW-Aktien aus einer Kapitalerhöhung angeboten. VW-Chef Bernd Pischetsrieder habe dem Stuttgarter Sportwagenbauer den Erwerb weiterer 3,4 Prozent aus einer Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht der anderen Aktionäre angeboten, berichtet das Magazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab.

HB HAMBURG. Porsche hat bereits 18,53 Prozent der Anteil sicher und hält sich die Möglichkeit offen, weitere 3,4 Prozent über den Markt zu kaufen. Die Beteiligung werde aber nicht die Schwelle erreichen, bei der ein öffentliches Übernahmeangebot fällig wird, hatte Porsche erklärt.

Der „Spiegel“ berichtet weiter, wenn Porsche insgesamt 21,9 Prozent der VW-Aktien besitze, wolle das Unternehmen nicht nur nur zwei, sondern drei Sitze im VW-Aufsichtsrat beanspruchen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wolle dann aber neben sich und Finanzchef Holger Härter keinen weiteren Porsche-Vorstand vorschlagen, sondern einen Vertrauten des Unternehmens. VW wollte sich am Samstag nicht zu dem Bericht äußern, bei Porsche war keine Stellungnahme zu erhalten. Porsche hatte am Freitag erklärt, die Zahl der Sitze im Aufsichtsrat solle der Beteiligungshöhe entsprechen. Das Land Niedersachsen mit 18,2 Prozent der Anteile entsendet zwei Aufsichtsratsmitglieder.

Wegen des Porsche Einstiegs bei Volkswagen war VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech in die Kritik geraten. Dem „Spiegel“ sagte er nun, er wolle sein Amt nicht vorzeitig aufgeben. „In meiner Karriere haben schon einige versucht, mich rauszudrängen. Es ist noch keinem gelungen“. Er wolle bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2007 im Amt bleiben. Eine Zeitung hatte am Freitag gemeldet, Vertreter der Kapitalseite im Aufsichtsrat wollten Piech bei einer außerordentlichen Sitzung des Gremiums am Montag aus dem Amt drängen. Der stellvertretende VW-Aufsichtsratsvorsitzende und IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte Reuters allerdings, er wisse nichts von einem solchen Plan. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat würden Piech stützen. Sie verfügen im Aufsichtsrat über die Hälfte der Mandate. Bei einem Patt kommt dem Vorsitzenden ein doppeltes Stimmrecht zu.

Am Montag will der Aufsichtsrat über den Einstieg von Porsche bei VW diskutieren. Der frühere VW-Chef Piech soll diese Transaktion eingefädelt haben, um VW vor einer möglichen feindlichen Übernahme zu schützen. Er sitzt als Großaktionär von Porsche auch im Aufsichtsrat des Stuttgarter Sportwagenbauers und ist als Miteigner einer großen Autovertriebsfirma außerdem wichtiger Geschäftspartner des VW-Konzerns.

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