Pilotabschluss nicht mehr möglich
Metall-Tarifverhandlungen gescheitert

Die Verhandlungen der Metalltarifparteien über eine neue Altersteilzeitregelung in der Metall- und Elektroindustrie ab 2010 sind vorerst gescheitert. Damit ist ein Pilotabschluss für die Branche mit bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten nicht mehr möglich. Die Zeichen stehen nun auf Sturm.

HB BÖBLINGEN. Der baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann kündigte nach den ergebnislosen mehr als siebenstündigen Gesprächen „eine Verschärfung des Konfliktes“ an. Die Gewerkschaft sei nicht mehr in der Friedenspflicht, sagte IG-Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis dem „Tagesspiegel“. Bislang hatten bundesweit mehr als 300 000 Metaller an Warnstreiks für eine Anschlusslösung für die noch bis Ende 2009 staatlich geförderte Altersteilzeit teilgenommen.

Das offene Thema wird womöglich mit der Entgeltfrage, die mit der Forderung der IG Metall im September in den Mittelpunkt rückt, vermengt. Beide Seiten betonten, im Südwesten mache ein Fortsetzen der Gespräche derzeit keinen Sinn. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Gewerkschaftskreisen erfuhr, war der Hauptstreitpunkt die Obergrenze für Beschäftigte in Altersteilzeit pro Betrieb. Nach einer Einigung auf insgesamt vier Prozent pro Betrieb hätten die Arbeitgeber für Unternehmen ohne Schichtarbeiter nur noch eine Quote von zwei Prozent durchsetzen wollen. Das sei für die Gewerkschaft nicht akzeptabel gewesen.

In der siebten Runde hatten die Tarifparteien eine für alle Tarifbezirke richtungsweisende Anschlussregelung für die noch bis Ende 2009 staatlich geförderte Altersteilzeit finden wollen. Mit dem Misserfolg in Böblingen erscheint ein Pilotabschluss für die Branche mit bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten in weite Ferne gerückt.

Der tarifpolitische Vorstand von Gesamtmetall wird nach Angaben von Südwestmetallchef Stefan Roell am kommenden Mittwoch entscheiden, „wer, wann, wo, was mit der IG Metall besprechen soll“. Er fügte hinzu: „Die Gespräche hier sind beendet. Ich gehe nicht davon aus, dass sie in Baden-Württemberg wieder aufgenommen werden.“

Die IG Metall ruft am Montag in Sindelfingen (Kreis Böblingen) ihre Große Tarifkommission zusammen. Das Gremium soll über das weitere Vorgehen entscheiden. Bislang konnten Metall-Beschäftigte vom 57. Lebensjahr an in eine sechsjährige Altersteilzeit gehen und dabei 82 Prozent ihres bisherigen Nettojahreseinkommens für die Hälfte der Arbeitszeit beziehen.

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