Pilzerkrankung
Pilz-Gefahr durch Kontaktlinsenmittel

Das Kontaktlinsenpflegemittel „Renu“ des US-Herstellers Bausch & Lomb steht nun auch in Europa unter Verdacht, Pilzerkrankungen in den Augen der Benutzer auszulösen. Bislang waren die Erkrankungen nur in den Vereinigten Staaten aufgetreten. Auch in Deutschland ist das Mittel erhältlich.

DÜSSELDORF. Das US-Unternehmen Bausch & Lomb hat bestätigt, dass auch in Europa die ersten Fälle von Pilzerkrankungen bei Renu-Nutzern aufgetreten sind. Das berichtet das Wall Street Journal Europe in seiner neuesten Ausgabe. In Europa kommt diese Entwicklung überraschend. Der Hersteller hatte noch vor kurzem betont, dass sich die Erkrankungen auf die USA und Asien beschränken. Die ersten Fälle von Pilzerkrankungen waren dort im April aufgetreten.

Bauch & Lomb hatte den Verkauf des Mittels Renu im April gestoppt. Eine Fabrik des Unternehmens im US-Bundesstaat South Carolina geriet in Verdacht, für die Pilzerkrankungen verantwortlich zu sein. In Europa wird das Mittel in einem Werk in Mailand gefertigt, das bislang als unverdächtig galt. Der Berufsverband der Augenärzte warnt vor überzogenen Reaktionen in Deutschland. „Das sind wahrscheinlich Einzelfälle, die es immer schon gegeben hat", sagte Wolfgang Werner, Kontaktlinsen-Experte des Berufsverbandes. Bausch & Lomb war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Zwar macht Renu mit 45 Mill. Dollar nur einen kleinen Teil des 2,5 Mrd. Dollar-Umsatzes des Unternehmens Bausch & Lomb aus. Doch das Mittel galt als besonders innovativ und als Hoffnungsträger des Unternehmens. Außerdem bestünde nun die Sorge, dass auch andere Bausch & Lomb-Produkte betroffen sein könnten, sagen Analysten. Michael Weinstein von JP Morgan bezeichnete die zunehmende Angst der Konsumenten vor dem Mittel als „Worst Case Szenario" für Bausch & Lomb. Allein in den USA gibt es 30 Millionen Kontaktlinsenträger.

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