Pionier unter Druck
Elektroautohersteller Fisker kämpft mit Fahrzeugbränden

Mit seinen schnittigen Elektroautos sorgt der Hersteller Fisker auf jeder Automesse für Aufsehen. Doch neuerdings schlägt sich der Hersteller mit unangenehmen Bildern von brennenden Fahrzeugen und Kapitalproblemen herum.
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San FranciscoPeinliche Panne zur falschen Zeit: Der kalifornische Autohersteller Fisker ruft sein Modell Karma zurück in die Werkstätten. Grund ist ein Problem mit einem überhitzten Lüfter, der offenbar bereits zu zwei Fahrzeugbränden geführt hat. Kein guter Ausgangspunkt, um mit Investoren über neue Kapitalspritzen zu verhandeln. Doch das ist nach Informationen von Reuters dringend nötig. Ein Investor spricht davon, dass Fisker auf der Suche nach 150 Millionen Dollar ist, um weitermachen zu können.

Der Fisker Karma ist ein rassiger Sportwagen mit Öko-Kern. Das Hybrid-Fahrzeug zum Stückpreis von 100.000 Dollar aufwärts besitzt neben seinem Elektroantrieb noch einen 2-Liter Benzinmotor, um im Notfall stromlos über die Runden zu kommen. Verkauft wurden bislang rund 2000 Stück, die jetzt umgerüstet werden sollen.

2007 gegründet hat Fisker aus dem kalifornischen Anaheim bereits rund ein Milliarde Dollar Kapital aufgenommen, allerdings ist laut Reuters vor kurzem die Hälfte einer staatlichen 529-Millionen-Dollar-Anleihe ausgelaufen. Dieses Geld muss nun ersetzt werden. Ray Lane, Partner bei Kleiner Perkins Caufields & Partner und Mitglied des Fisker-Aufsichtsrats, bestätigte die Kapitalsuche im Grundsatz: „Wir brauchen Geld für die Fahrzeugentwicklung“, erklärte er in einem Interview.

Die Probleme mit dem Karma sind nicht die ersten, bereits zweimal mussten Fahrzeuge wegen Mängel zurückgerufen werden. Außerdem kommt das Management nicht zur Ruhe. Mit Tony Posawatz wurde Mitte August der dritte CEO in nur einem Jahr ernannt. Posawatz war zuvor bei General Motors für das Elektroauto Chevy Volt zuständig und soll jetzt die Produktions- und Qualitätsprobleme in den Griff bekommen. Erst im Februar hatte sein Vorgänger Tom LaSorda den CEO-Posten vom Gründer Henrik Fisker, einem ehemaligen Designer bei Aston Martin, übernommen.

Zu den Fisker-Kunden zählt Popstar Justin Biber, der einen Fisker in einer Chrom glänzenden Speziallackierung sein Eigen nennt.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Ich habe einen Karma. Das mit dem Lüfter ist kein Problem. Bevor man das Auto ansteckt muss man ca. 3 Minuten warten bis es in den "Ruhemodus" fällt. Das wurde mir schon bei der Übergabe gesagt. Ansonsten kann es sein, das der Lüfter dann nicht aufhört zu laufen (er ist eigentlich sehr laut und von aussen wirklich gut hörbar). Das dürften die zwei nicht befolgt haben. Natürlich darf soetwas bei einem so teuren Auto trotzdem nicht passieren, ist jedoch ein Zuliefererproblem. Und die Zulieferer sind teilweise die selben wie von den deutschen Premiumherstellern... Also ich mag meinen Karma sehr gerne, die 80 km die man rein elektrisch fahren kann sind für den Alltag gut ausreichend. Ich fahre ihn seit 3.000 km und habe einen Durchschnittsverbrauch von nur 4 Litern (da doch recht viel Langstrecke und mangelnde Lademöglichkeiten in den Städten) und das bei über 400 PS und über 1.300 NM!!! Und optisch gibt es derzeit sowieso kein schöneres Auto - also der Karma ist wirklich sein Geld wert! Sollte es Fisker in ein paar Jahren nicht mehr geben, was ich nicht hoffe, wird der Karma seinen Wert wohl mindestens verdoppeln - das ist einfach die Zukunft. Reine Elektroautos ohne Range Extender sind beim derzeitigen Netzausbau einfach total unbrauchbar - egal ob sie nun 50 km oder 500 km Reichweite haben. Irgendwann steht man für >6 Stunden...

  • @DerBernd

    "Elektroautos sind - falls die Akkuproblematik gelöst ist - billiger und einfacher als Otto- oder Dieselmotoren..."

    Dieser Müll wird oft und gern verbreitet. Zur Akkuproblematik sag ich nur vergleichsweise:
    Falls mein Geldproblem gelöst ist, bin ich reich.
    Immer diese Grütze: Es ist ja schon alles super und jetzt muss ja nuuuur noch die Speicherung des Stroms erledigt werden. Natürlich kann man Strom speichern. Aber die Speicherung muss wirtschaftlich sein und eine hohe Reichweite garantieren. Wieso soll ich ein teureres Produkt kaufen, wenn es im Vergleich von Preis u. Leistung mit meinem vorhandenen Produkt nicht mithalten kann?
    Wir sollten erst über Elektromobilität nachdenken, wenn es kein Luftschloss mehr ist.

    Auch immer sehr lustig: Elektroautos sind dann billiger, weil weniger Teile dran sind. Immer schön diesen Schwachsinn weiterlabern. Am besten Frau und Kinder anstiften überall das Gleiche zu verbreiten!
    Ich brauch nunmal bei allen Autos egal ob Elektro oder Verbrenner ein Fahrwerk, eine Karroserie, Kabelstränge, Sitze, Scheiben, Räder, Bremsen usw.! Das was ich am Verbrennungsmotor, Kraftstofflagerung, Kraftstofftransport und am Getriebe einspare, zahle ich für Stromspeicherung und dringend erforderlichen Leichtbau bei hoher Steifigkeit mindestens vierfach drauf. Und selbst wenn das E-Auto viel billiger gebaut werden könnte, dann heißt es doch nicht, dass der Hersteller es billig verkaufen muss. Billiger bauen, heißt für ihn mehr Gewinn.
    Damit die Reichweite der E-Mobile auch nur ansatzweise in die Regionen kommt, die laut Hersteller auf dem Werbeblatt stehen, muss ich auf Nutzung der Klimaanlage u. Sitzheizung verzichten. Wieso sollte ich das freiwillig tun? Wieso wollen die Menschen in Deutschland unbedingt für immer weniger oder gleichbleibende Leistung immer mehr zahlen?

  • Wurden nicht alle Erfindungen in der Entwicklungsphase belächelt? Wenn diese Experimentierer sich den Mut hätten nehmen lassen, wo wären wir heute? Also mal ein wenig mehr Optimismus und nicht alles "verdeibeln"!

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