Pipeline-Projekt
Russische Gazprom umwirbt BASF

Der russische Gaskonzern Gazprom will die BASF-Tochter Wintershall für eine Beteiligung an seinem Pipeline-Projekt South Stream gewinnen. Die Russen haben bei BASF und Wintershall angefragt, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen.
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DÜSSELDORF. Die deutschen Unternehmen sind interessiert an dem Angebot, überlegen aber noch. Die Gespräche seien in einer frühen Phase, hieß es. Keiner der Beteiligten wollte die Kontakte offiziell bestätigen.

Im Sommer war bereits RWE nach eigenen Angaben von Gazprom-Chef Alexej Miller umworben worden, reagierte aber zurückhaltend. Die Offerte war brisant, weil der Energiekonzern am konkurrierenden Projekt Nabucco beteiligt ist. Beide Pipelines sollen Gas durch Südosteuropa führen. Während Nabucco aber bewusst neue, vom Hauptlieferanten Russland unabhängige Quellen für Europas Verbraucher erschließen soll, soll South Stream ein weiterer Absatzkanal für russisches Gas sein. Branchenbeobachter sehen in South Stream einen Versuch, Nabucco zu torpedieren und den Einfluss Russlands in der Region zu wahren.

Ein Engagement von Wintershall würde mehr Sinn ergeben. Die Öl- und Gastochter von BASF kooperiert seit vielen Jahren eng mit dem russischen Konzern. Die Partner betreiben den Gasgroßhändler Wingas, fördern in Russland gemeinsam Gas und sind Partner bei der Ostseepipeline Nord Stream.

Einem Bericht der russischen Tageszeitung "Kommersant" zufolge bietet Gazprom Wintershall einen Anteil von zehn oder zwanzig Prozent an South Stream. Gemessen am gesamten Investitionsvolumen von 19 bis 24 Mrd. Euro, müsste Wintershall aber mehrere Milliarden Euro investieren. South Stream soll von 2015 an jährlich bis zu 63 Mrd. Kubikmeter Gas aus Russland quer durch das Schwarze Meer nach Südeuropa pumpen.

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  • Erstaunlich, wieviel Wind diese Erdgas-Pipelines aufwirbeln

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