Pischetsrieder nimmt Druck von Brüsseler Arbeitern
VW-Chef garantiert Erhalt aller Werke

Der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder hat bekräftigt, an allen Standorten des Konzerns festzuhalten. Das wird vor allem die Brüsseler Mitarbeiter aufatmen lassen, hatte das dortige Management doch kurz zuvor mit einer Schließung der Fabrik gedroht.

HB WOLFSBURG/BRÜSSEL. “Wir planen heute nicht, irgendeinen Standort zu schließen“, wird Pischetsrieder in der neuesten Ausgabe der Mitarbeiterzeitung „Autogramm“ zitiert. Es müsse sich aber rechnen, in Deutschland produzierte Fahrzeuge trotz eines schlechten Dollar-Kurses profitabel in die USA auszuführen. „Genau das ist heute noch nicht der Fall. Wir verlieren auch 2005 in den USA viel Geld“, erklärte er weiter.

Die Aussage dürfte besonders bei den Beschäftigten des Volkswagen-Werks in Brüssel Freude ausgelöst haben. Da die Gewerkschaften ein Einfrieren der Löhne in den kommenden zwei Jahren ablehnen, hatte das dortige VW-Management über die Schließung des Werkes spekuliert. „Die Entscheidung der Gewerkschaften bei VW in Brüssel wird verständlicherweise nicht gut von der Muttergesellschaft aufgenommen werden und die Zukunft des Werkes ernsthaft gefährden“, erklärte die Werksleitung am Freitag in Brüssel. Das Werk war bereits mehrfach als möglicher Kandidat für eine Schließung genannt worden - vor allem, weil VW dort mit weniger Widerstand als in Deutschland zu rechnen hat.

Am Dienstag hatte ein VW-Konzernsprecher gesagt, der Abbau von 14 000 der rund 125 000 Arbeitsplätze in Europa sei eines von mehreren Szenarien bei den geplanten Sparmaßnahmen, um den Autokonzern aus der Krise zu führen. Bislang sei es gelungen, Stellenstreichungen durch eine Verbesserung der Produktivität und Kostensenkungen zu vermeiden, erklärte das Management in Brüssel. Die Anlage in Belgien gehört zur älteren Generation der VW-Fabriken und stellt mit 5700 Mitarbeitern die Modelle Golf, Lupo und Audi A3 her.

Gute Nachrichten hatte Pischetsrieder aber auch für das Stammwerk. Er sei zuversichtlich, dass der neue kompakte Geländewagen in Wolfsburg gefertigt werde. „Wir sollten aber den Kompakt-SUV in Wolfsburg bauen, auch um eine verbesserte Kapazitätsauslastung des Werks zu erreichen. Wenn wir gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung den Kompakt-SUV in Wolfsburg auf solide wirtschaftliche Füße stellen, wäre das ein positives Signal auch für künftige Produktentscheidungen“, führte er aus. Über die nötigen Personalkostensenkungen verhandelt VW mit dem Betriebsrat seit einigen Monaten.

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