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28.09.2006 
VW-Chef wirbt für Allianz statt Fusion mit Scania

Pischetsrieder will nur ein bisschen MAN

Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder hat den Münchener Lkw-Bauer MAN aufgefordert, sein Übernahmeangebot für den schwedischen Konkurrenten Scania zurückzuziehen. und bekommt für dieses Ansinnen Rückendeckung von seinem größten Aktionär Porsche. Stattdessen bringt Pischetsrieder eine andere Variante ins Spiel.

Bernd Pischetsrieder Foto: dpaLupe

Bernd Pischetsrieder Foto: dpa

HB PARIS. Stattdessen solle MAN mit Scania über eine Allianz verhandeln, sagte Pischetsrieder am Donnerstag am Rande des Pariser Autosalons. „Ich kann mir eine freundliche Allianz vorstellen und halte sie für wünschenswert“, sagte der VW-Vorstandsvorsitzende und erklärte weiter, er würde den „Hochzeitslader“ für eine solche Kooperation geben. Wenn solch ein Bündnis zustande komme, sei VW bereit, sein Geschäft mit schweren LKW in Brasilien einzubringen. Einen Verkauf des 34-prozentigen Stimmrechtsanteils von VW an Scania schloss der VW-Chef indes erneut aus.

Eine Unterlegung der Allianz mit Kapital sah Pischetsrieder nicht unbedingt als notwendig an. Wenn beide Unternehmen bei bestehenden Aktionärsverhältnissen maximale Sysnergien ausschöpfen könnten, bräuchte die Aktionärsstruktur nicht geändert zu werden.

In eine solche Allianz könnte VW dann ihr Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen einbringen. Es gebe aber „kein Szenario, in dem wir uns aus unserem schweren Nutzfahrzeug-Geschäft verabschieden wollen“. Ein Verkauf des Scania-Anteils komme für ihn auch nicht in Frage. „Ich verkaufe nicht“, sagte Pischetsrieder.

Rückendeckung erhielt Pischetsrieder für die Haltung von seinem Großaktionär Porsche, der sich gegen einen Ausstieg des Wolfsburger Konzerns aus dem Nutzfahrzeuggeschäft aussprach. „Die Nutzfahrzeuge sind eine wichtige Sparte für VW. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich VW davon verabschiedet“, sagte Wendelin Wiedeking, VW-Aufsichtsrat und Porsche-Vorstandsvorsitzender, am Donnerstag auf dem Pariser Automobilsalon. „Die Beteiligung von VW an Scania ist keine zufällige, sondern eine strategische“, begründete er die Ablehnung eines Ausstieges. Falls das Thema im Kontrollgremium zur Abstimmung kommen würde, würde er gegen einen Verkauf der Scania-Anteile stimmen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Eine Dreierallianz aus MAN, VW und Scania bietet Chancen.“

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